Konrad Zdarsa folgt auf Walter Mixa: Diözese Augsburg hat wieder einen Bischof
zuletzt aktualisiert: 23.10.2010 - 13:25Augsburg (RPO). Der 66-jährige Konrad Zdarsa hat am Samstag sein Amt als neuer Bischof von Augsburg angetreten. Vor 2.500 Gläubigen wurde der bisherige Görlitzer Bischof im Augsburger Dom mit der Leitung der zweitgrößten Diözese Bayerns betraut. Zdarsa schlug in seiner ersten Predigt einen nachdenklichen Ton an.
Benedikt XVI. hatte den gebürtigen Sachsen am 8. Juli zum Nachfolger des zurückgetretenen Augsburger Bischofs Walter Mixa bestimmt. Zuvor hatte Mixa nach Prügel- und Untreuevorwürfen im Frühjahr einen massiven Vertrauensverlust in seiner Diözese erlitten und auf sein Amt verzichtet. An der Einführung seines Nachfolgers nahm er nicht teil.
Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Perisset, forderte Zdarsa auf, "Mittler der Einheit und des Friedens in der Kirche von Augsburg" zu sein. Den Dank an Weihbischof Josef Grünwald dafür, dass dieser das "nicht einfache Amt des Diözesanadministrators gut und erfolgreich ausgeübt" habe, quittierten die Gläubigen mit Applaus.
Zu den Gästen der Feier gehörten viele Bischöfe aus dem In- und Ausland, darunter die Vorsitzenden der Deutschen und der Bayerischen Bischofskonferenz, die Erzbischöfe Robert Zollitsch aus Freiburg und Reinhard Marx aus München. Marx hieß Zdarsa im Kreis der bayerischen Bischöfe willkommen. "Die Menschen erwarten dich als Brückenbauer mit offenem Herzen", sagte er.
Zollitsch bezeichnete die zurückliegenden Monate für das Bistum Augsburg und dessen emeritierten Bischof als "eine schwierige Zeit der Bedrängnis und der Sorge". Die rasche Ernennung eines Nachfolgers durch den Papst zeige, dass das Band der Einheit notwendig sei. Zdarsa werde "den Ausgleich und den gegenseitigen Dialog suchen".
Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) gratulierte im Namen der Staatsregierung und wünschte Zdarsa "die Kraft, das Bistum wieder zu einen, die Zerrissenheit zu heilen und neues Vertrauen zu säen".
Auch der neue Bischof schlug nachdenkliche Töne in seiner ersten Predigt an. In den vergangenen Wochen sei er häufig auf die betrübliche Entwicklung im Bistum angesprochen worden, sagte Zdarsa.
Er forderte die Gläubigen auf, sich nicht entmutigen zu lassen und Verantwortung für den Glauben zu übernehmen. "Die Erkenntnis unserer eigenen Armseligkeit und Schwäche ist nicht die schlechteste Voraussetzung dafür, uns endlich helfen zu lassen."
Nach dem Gottesdienst wurde der Bischof bei feucht-trüber Witterung mit Blasmusik auf einem Prozessionsweg durch die Augsburger Innenstadt zum Bildungshaus Sankt Ulrich geleitet. Dort schloss sich ein Fest der Begegnung mit 500 geladenen Gästen an.
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