Verbraucherorganisation Foodwatch: Dioxin stammt aus Pilzgift
zuletzt aktualisiert: 10.01.2011 - 12:14Berlin (RPO). Rückstände von Pflanzenschutzmitteln sind nach Überzeugung der Verbraucherorganisation Foodwatch die Quelle für die hohe Dioxin-Belastung von Futtermitteln. Das ergibt sich nach Einschätzung von Experten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus einer Futterfett-Probe aus einer Spedition, die zum Fetthersteller Harles und Jentzsch gehört, wie Foodwatch am Montag in Berlin erklärte.
Die Häufigkeitsanalyse verschiedener Dioxin- und Furanverbindungen in der Probe weise auf Rückstände einer Pentachlorphenol-Verbindung hin, wie sie als Pilzgift eingesetzt wird. Andere mögliche Dioxin-Quellen wie etwa Erhitzungsvorgänge könnten demnach weitgehend ausgeschlossen werden.
Die analysierte Futterfett-Probe war mit 123 Nanogramm Dioxin pro Kilogramm belastet. Der gesetzliche Höchstwert von 0,75 Nanogramm wurde damit um das 164-fache überschritten.
Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode forderte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) auf, die offensichtlichen Mängel bei der Futtermittelproduktion endlich an ihrer Wurzel zu bekämpfen.
"Die derzeitigen Ablenkungsdebatten um Zulassungsregeln für Futtermittelbetriebe oder eine Trennung zwischen der Herstellung von Futter- und Industriefetten verhindern nur eine echte Lösung", meinte Bode. "Frau Aigner deckt mit ihren Vorschlägen nur die Giftmischer in der Futtermittelindustrie, anstatt die offensichtlichen Sicherheitslücken im System zu schließen, wie es ihre Aufgabe wäre."
Bode verlangte, die Ministerin müsse die Unternehmen per Gesetz verpflichten, jede Charge jeder Futtermittelzutat selbst auf Dioxin zu testen und dies für die Behörden auch zu belegen. Bei Überschreitung des Grenzwertes müsse die Charge vernichtet werden.
"Nur eine derartige Test- und Entsorgungspflicht für die Firmen schafft die nötige Futtermittel- und Lebensmittelsicherheit - denn staatliche Kontrolleure, auch wenn es zehn Mal so viele gäbe wie bisher, können immer nur Stichproben nehmen", sagte der Foodwatch-Geschäftsführer.
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