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DNA-Spur von NSU-Terrorist
Hinweise auf Polizeipanne im Fall Peggy

DNA-Spur von NSU-Terrorist: Hinweise auf Polizeipanne im Fall Peggy
2001 verschwandt die neunjährige Peggy. Im August 2016 wurde ihre Leiche gefunden. FOTO: dpa, ebe fpt sja jai
Bayreuth. Eine DNA-Spur, die am Fundort der getöteten Peggy gefunden worden ist, führt zum Rechtsextremisten Böhnhardt. Das hat viele Spekulationen ausgelöst. Jetzt gibt es Hinweise, dass die Probe verunreinigt war .

Die Fälle des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und der getöteten Schülerin Peggy sind möglichen Hinweisen der Ermittler zufolge über eine Verunreinigung verknüpft. Es hätten sich "mögliche Anhaltspunkte dafür ergeben, dass durch die mit der Spurensicherung in beiden Fällen befasste Tatortgruppe der Polizei in Thüringen teilweise identisches Spurensicherungsgerät verwendet wurde", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Bayreuth mit.

Eine Aussage zur Qualität der Spurensicherung und einer möglichen Kontamination können die Ermittler demnach aber erst nach weiteren umfassenden und zeitaufwendigen Ermittlungen treffen. Zuvor hatten Medien über die mögliche Verunreinigung berichtet.

Zeugen sollen Weg der Spuren klären

Das Bundeskriminalamt und die Soko Peggy, die zuletzt von drei auf 40 Ermittler aufgestockt worden war, hätten den Befundbericht vom Fundort der Knochen des Mädchens und den Obduktionsbericht zu Böhnhardt abgeglichen. So hätten sich diese Erkenntnisse ergeben.

Nun soll das eingesetzte Spurensicherungsgerät untersucht werden.
Wobei es sich darum genau handelt, teilten die Ermittler nicht mit.
Für die Untersuchung seien Experten verantwortlich, die mit den kriminaltechnischen Untersuchungen in den Verfahren bisher nicht befasst waren – also auch nicht mit den Untersuchungen der DNA-Spuren.

Zudem würden Zeugen vernommen, um den genauen Weg der Spur, deren Sicherung und Bearbeitung in Thüringen und Bayern lückenlos zu überprüfen. "Wir überprüfen alles akribisch im Rahmen der Qualitätssicherung", bekräftigte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel auch am Donnerstag.

Weitere Angaben machten die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. Damit bleibt vorerst auch die Frage offen, wie es zu einer möglichen Panne hätte kommen können.

Proben der beiden Fälle in gleicher Rechtsmedizin untersucht

Peggy war 2001 im oberfränkischen Lichtenberg verschwunden. 15 Jahre später, im vergangenen Juli, entdeckte ein Pilzsammler Skelettteile von ihr in einem Wald im benachbarten Bundesland Thüringen. Am 13.
Oktober hatten dann Polizei und Staatsanwaltschaft in Oberfranken überraschend mitgeteilt, dass am Fundort genetisches Material von Böhnhardt nachgewiesen worden war. Die Rechtsmedizin der Uni Jena, wo im November 2011 Böhnhardts Leichnam obduziert und im Juli Peggys Knochen untersucht worden waren, schloss eine versehentliche Übertragung von DNA am eigenen Institut aus.

In mehreren Bundesländern werden seither ungeklärte Fälle von Kindstötungen oder -entführungen neu untersucht, so in Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen. Die Ermittler prüfen mögliche Verbindungen zum rechtsextremistischen "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU).

Böhnhardt wird als Täter bei der Mordserie des selbst ernannten NSU verdächtigt und nahm sich den Behörden zufolge 2011 das Leben. Der aus Thüringen stammende Rechtsextremist soll mit seinem mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos der Terrorgruppe angehört und jahrelang unerkannt gemordet haben. Als einzige Überlebende des NSU-Trios muss sich Beate Zschäpe vor dem Oberlandesgericht München verantworten.

(rent/dpa)
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