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Dortmund Flugzeug Panorama 100103
  Foto: ddp, ddp
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Schnee und Eis in NRW: Dortmunder Flughafen wieder freigegeben

zuletzt aktualisiert: 03.01.2010 - 15:48

Düsseldorf (RPO). Der Startabbruch eines mit 171 Menschen besetzten Ferienfliegers hat am Sonntag den Dortmunder Flughafen für mehrere Stunden lahmgelegt. Weil das Flugzeug bei winterlichem Wetter von der Piste abkam, musste der Airport gesperrt werden. Schuld war offenbar ein technischer Defekt. Am späten Abend wurde die Landebahn wieder freigegeben. Auf den Straßen sorgten Schnee und Eis für Unfälle in NRW. Bei der Bahn gab es Verspätungen.

Der Flughafen Dortmund ist wieder freigegeben, wie gegenüber unserer Redaktion bestätigt wurde. Nach knapp 14-stündiger Unterbrechung konnten Maschinen ab 20.45 Uhr wieder ab Dortmund starten und landen, teilte die Flughafengesellschaft mit. Der Flughafen war zuvor gesperrt worden, nachdem eine Air-Berlin-Maschine den Start nach Las Palmas auf Gran Canaria um 7.05 Uhr abgebrochen hatte. 

Die Maschine rutschte über das Ende der Startbahn hinaus und blieb auf der angrenzenden Wiese stecken. Sie blockierte die einzige Bahn auf dem Flughafen in Dortmund und wurde am Abend in einen Hangar geschleppt. Die 171 Passagiere und Crewmitglieder kamen mit dem Schrecken davon.

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Insgesamt mussten 28 Flüge gestrichen oder umgeleitet werden. Rund 4000 Fluggäste waren von der Sperrung betroffen. Ankommende Maschinen wurden für die Dauer der Betriebsunterbrechung auf umliegende Flughäfen umgeleitet. "Abfliegende Fluggäste wurden, soweit möglich, mit Bussen zu den Flughäfen nach Paderborn, Münster oder Köln/Bonn gebracht und konnten von dort mit Ersatzmaschinen ihre Reise fortsetzen", sagte Flughafensprecher Marc Schulte. Am Montag könne es aufgrund des Vorfalls zu einigen Verspätungen kommen.

Technischer Defekt möglich

Eine Air-Berlin-Sprecherin sagte, es habe technische Schwierigkeiten mit der Boeing 737-800 gegeben: Pilot und Co-Pilot hätten unterschiedliche Geschwindigkeiten angezeigt bekommen. Daraufhin habe der Kapitän den Start abgebrochen, und die Maschine kam erst auf einer verschneiten Wiese zum Stehen. "Wir gehen davon aus, dass das korrekt war", sagte die Sprecherin. Doch werde der Vorfall untersucht, sowohl von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung als auch von einer internen Kommission. Weil die Maschine über die Landebahn hinaus gerollt sei, müsse geprüft werden, ob die Startbahn ordnungsgemäß enteist worden sei, sagte die Sprecherin der Fluglinie.

Zugreisende mussten wegen des Neuschnees Verspätungen und Zugausfälle in Kauf nehmen. Wegen vereister Weichen hätten viele Züge bis in den Nachmittag in NRW Verspätungen zwischen 10 und 20 Minuten, so ein Bahnsprecher. Besonders betroffen seien Zugstrecken im Raum Mönchengladbach-Krefeld-Aachen und Duisburg-Bochum.

Zu Verspätungen kam es wegen des Winterwetters auf den Flughäfen in Düsseldorf und in Frankfurt am Main. Wegen des anhaltenden Schneefalls wurden bis Sonntagmittag elf Flüge annulliert, wie ein Fraport-Sprecher auf ddp-Anfrage mitteilte. Internationale Flüge waren von den Ausfällen nicht betroffen. In Düsseldorf hatte sich der Flugverkehr am Nachmittag wieder normalisiert.

350 Unfälle in NRW

Auf den Straßen sorgte der Schnee zeitweise für chaotische Zustände. Seit Samstagabend gab es in 350 Verkehrsunfälle, dabei wurden 27 Menschen verletzt, vier von ihnen schwer. Der Sachschaden betrug insgesamt rund 850.000 Euro.

Im Kreis Mettmann gab es in dieser Zeit acht Verkehrsunfälle mit einer leichtverletzten Person. Dabei entstand eine Schadenssumme von 15.000 Euro.

In Krefeld meldete die Polizei am Sonntag vier witterungsbedingte Unfälle seit Beginn des Schneefalls am Samstagabend. Bei allen Unfällen blieb es bei Blechschäden, Menschen wurden nicht verletzt.

Auch in Düsseldorf, wo es in der Nacht mehrere Zentimeter Neuschnee gegeben hatte, blieb alles ruhig. "Es sind kaum Autos auf den Straßen. Es gab bisher in Düsseldorf keine Unfälle", so ein Polizeisprecher.

Verkehr fließt langsam 

Auch in Duisburg fielen in der Nacht mehrere Zentimeter flockiger Neuschnee. Auf der Stadtautobahn A59 war bereits am frühen Morgen eine Fahrspur geräumt. Der Verkehr floss langsam aber dennoch flüssig. Weniger Glück hatten Autofahrer auf der BAB 524 vom Duisburger Süden in Richtung Düsseldorf. Die Strecke war gegen 8.30 Uhr noch nicht geräumt. Auf der harten Schneedecke kam der Verkehr nur langsam voran. Der Fahrer eines Kleinwagens verlor die Kontrolle über sein Auto. Beide Insassen überstanden den Unfall unverletzt.

In Westfalen kam es zu schwereren Behinderungen. Gegen 2.10 Uhr in der Nacht kam auf der A 2 bei Bielefeld in Fahrtrichtung Dortmund der Verkehr zum Erliegen. Immer mehr Fahrzeuge waren nach Polizeiangaben an einem Steigungsstück im Schnee nicht mehr vorangekommen. Dabei handelte es sich den Angaben zufolge ausnahmslos um Autos, die trotz der Wetterlage mit Sommerreifen ausgerüstet waren.

Ein Toter in Schleswig-Holstein

Ein 33-jähriger Autofahrer kam am Samstag bei Mölln in Schleswig-Holstein ums Leben. Wegen der winterlichen Verhältnisse und nicht angepasster Geschwindigkeit war sein Fahrzeug ins Schleudern geraten und auf der Gegenfahrbahn mit einem anderen Fahrzeug kollidiert.

In Niedersachsen und Hamburg fielen bis zu 30 Zentimeter Neuschnee. In Hamburg weitete die Stadt am Sonntag ihren Winterdienst aus und setzte 1000 weitere Einsatzkräfte zum Streuen der Gehwege ein.

Im Oberharz wuchs die Schneedecke auf bis zu 80 Zentimeter an. Touristen wurden gebeten, nur mit Autos mit Schneeketten oder Winterreifen in das Mittelgebirge zu fahren. Die anhaltend starken Schneefälle ließen im Harz zahlreiche Bäume umstürzen und Äste abbrechen. Die Straße zwischen Goslar und Dörnten wurde deswegen gesperrt. Die Polizei riet zudem zu Vorsicht bei Waldspaziergängen.

Auf den bayerischen Straßen ging am Samstag wegen der An- und Abreise in den Skigebieten sowie Schneefall in Österreich und Bayern zeitweise gar nichts mehr. Allein auf der A 8 von München nach Salzburg kam der Verkehr auf fast 100 Kilometern zum Erliegen. Erste Meldungen über Staus gab es bereits um 11.00 Uhr, erst gegen 20.00 Uhr wurde die Verkehrslage wieder besser. Hilfsdienste versorgten die Wartenden mit warmen Getränken und Decken. Auch am Sonntag sorgte Schneefall wieder für Verkehrsbehinderungen.

Es bleibt glatt

Erst nachdem die Autobahn durch die Polizei für mehr als eine Stunde gesperrt wurde und die Räumfahrzeuge der Autobahnmeistereien die Bergkuppe mehrmals überfahren konnten, lief der Verkehr wieder an. Zwischenzeitlich gab es fünf Kilometer Stau.

Heute könnte es auf vielen Straßen immer noch glatt sein. Die Temperaturen sollen voraussichtlich den ganzen Tag über um den Gefrierpunkt liegen. Für Montag und Dienstag werden für NRW Dauerfrost mit Temperaturen um -4 Grad vorhergesagt.

Quelle: DDP/AP/RTR/AFP/dur/csi/ndi

 
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