51-Jähriger schwer verletzt: Drei junge Frauen attackieren U-Bahn-Fahrgast
zuletzt aktualisiert: 08.10.2009 - 14:51Frankfurt/Main (RPO). Drei junge Frauen im Alter zwischen 17 und 19 Jahren haben am Mittwochabend in Frankfurt am Main einen U-Bahnfahrgast attackiert und schwer verletzt. Der 51-Jährige wollte einem anderen von dem Trio bedrängten Mann helfen.
Der Attacke voran ging laut Polizei ein lautstarker Streit unter den drei jungen, vorbestraften Frauen, der in Handgreiflichkeiten ausartete. Ein Fahrgast versuchte zu schlichten, wurde jedoch angepöbelt. Der 51-Jährige wollte dem Mann zu Hilfe kommen und packte dabei eine der Frauen am Arm. Daraufhin solidarisierten sich diese plötzlich. Eine Jugendliche schlug auf den 51-Jährigen ein und riss ihn nieder. Es kam zu einem heftigen Gerangel.
Als die Bahn hielt, stießen die Täterinnen den Mann aus dem Waggon. Der Mann prallte mit dem Kopf gegen einen Mülleimer und blieb wehrlos auf dem Bahnsteig liegen. Dennoch trat mindestens eine der Jugendlichen gegen Kopf und Oberkörper des Opfers, wie die Polizei berichtete.
Erst als der alarmierte Zugführer herbeieilte, ließen die Frauen von dem Schwerverletzten ab und flüchteten. Wenig später konnten die Polizei sie in der Nähe der Station festnehmen. Sie standen nach Polizeiangaben unter Alkoholeinfluss und sind als Drogenabhängige den Behörden bekannt. Nach den Vernehmungen ließ die Kripo zwei der Frauen wieder frei. Polizeisprecher Karlheinz Wagner sagte, es sei noch nicht geklärt, ob sie den Mann geschlagen hatten.
Die mutmaßliche 17-jährige Haupttäterin hat keinen festen Wohnsitz und blieb zunächst in Polizeigewahrsam. Ob sie dem Haftrichter vorgeführt wird, soll am Nachmittag entschieden werden. Alle drei Jugendlichen sind nach Polizeiangaben bereits mit Gewalt- und Drogendelikten straffällig geworden. Bei der Hauptverdächtigen summieren sich die Straftaten, darunter gefährliche Körperverletzung, auf eine zweistellige Zahl.
Wieder sahen viele weg
Laut Wagner befanden sich sowohl in der U-Bahn als auch auf dem Bahnsteig zahlreiche Fahrgäste, doch niemand griff ein oder half dem Attackierten. Erst eine Zeugin, die die Umherstehenden vergeblich um Unterstützung gebeten habe, habe die Polizei alarmiert. Beim Eintreffen mehrerer Funkstreifenbesatzungen seien die Schaulustigen dann weggegangen.
Wagner sagte, Zeugen von Gewalttaten sollten laut rufen, um Öffentlichkeit herzustellen und sofort über Notruf 110 die Polizei alarmieren. Sie sollten den Ermittlern das Aussehen der Täter beschreiben und den Fluchtweg beobachten. "Es braucht keiner den Helden zu spielen", sagte Wagner.
Am 12. September hatte der gewaltsame Tod des 50-jährigen Dominik Brunner auf dem S-Bahnhof in München-Solln bundesweit Bestürzung ausgelöst. Er hatte in der Bahn vier Schüler vor einem Raubüberfall schützen wollen und war von zwei Jugendlichen im Alter von 17 und 18 Jahren mit mehr als 20 Faustschlägen und Fußtritten getötet worden.
Vergangenen Samstag verletzten Schläger einen 36-jährigen Mann in Landshut, der einem 19-Jährigen bei einer Prügelei unter jungen Männern zu Hilfe gekommen war.
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