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Zahl der Toten in Deutschland steigt auf acht: Drei Patienten mit Schweinegrippe gestorben

zuletzt aktualisiert: 04.11.2009 - 20:20

Stuttgart (RPO). Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der Schweingrippe in Deutschland steigt immer weiter. Am Mittwoch wurden zwei Todesfälle in Baden-Württemberg und einer in Berlin bekannt, so dass sich die Zahl der Todesopfer bundesweit auf neun erhöhte. Inzwischen raten Mediziner, Kinder bereits ab dem sechsten Monat impfen zu lassen.

Eine 52-jährige Schweinegrippe-Patientin habe an einer chronischen Vorerkrankung gelitten, teilte das baden-württembergische Sozialministerium mit. Die Patientin sei am 30. Oktober nach Herz-Kreislauf-Wiederbelebung in das Klinik eingeliefert worden. Sie befand sich seither in intensivmedizinischer Behandlung. Zu den weiteren Umständen der Krankengeschichte konnte das Klinikum zunächst keine näheren Angaben machen.

Bei dem zweiten Todesopfer handelt es sich um einen 29 Jahre alten Mann. Er litt seit Jahren unter schwersten Erkrankungen der Niere und Leber und war auf der Warteliste für eine Organtransplantation, wie das Universitätsklinikum Heidelberg am Mittwoch mitteilte. Der Mann sei bereits am Sonntag gestorben.

Der dritte Todesfall wird aus Berlin gemeldet. Bei dem 40-Jährigen war am Mittwoch der AH1N1-Test ("Neue Influenza") positiv ausgefallen, wie eine Sprecherin der Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte. Der Mann starb am Montag in einem Krankenhaus. Die Obduktion solle jetzt klären, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Tod des Patienten und der Infektion mit Influenza AH1N1 gebe. Ob der Mann Vorerkrankungen gehabt habe, sei noch nicht bekannt, sagte die Sprecherin.

Der Patient war den Angaben der Verwaltung zufolge am Freitag mit einer entzündlichen Lungenerkrankung aufgenommen worden. Der Verlauf der Erkrankung sei zunächst nicht ungewöhnlich gewesen. Er sei dann überraschend an Herz-Kreislaufversagen verstorben.

Patientin in Frankfurt ringt mit dem Tod

In Frankfurt verschlechterte sich der Zustand der Schweinegrippe-Patientin im Universitätsklinikum. Die Frau leide nach wie vor unter schwerem Lungenversagen und werde deshalb weiterhin mit einem speziellen Beatmungsverfahren behandelt, teilte die Klinik mit. Die Patientin werde ausnahmslos von geimpftem Personal betreut und sei in einer Isolationsschleuse untergebracht.

Wegen der steigenden Zahl der Schweinegrippe-Erkrankungen sollten sich nach Einschätzung von Fachärzten auch Kinder unter drei Jahren gegen das H1N1-Virus impfen lassen. Zuverlässige Studiendaten aus anderen europäischen Ländern und zum Teil auch aus Deutschland zeigten, dass bereits sehr junge Kinder die Impfung ohne schwerwiegende Probleme vertragen könnten, erklärte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann, am Mittwoch.

Entgegen ihrer früheren Empfehlungen raten Mediziner nun, Kinder bereits ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat zu immunisieren. Zuverlässige Studiendaten aus anderen europäischen Ländern und zum Teil auch aus Deutschland zeigten, dass bereits sehr junge Kinder die Impfung ohne schwerwiegende Probleme vertragen könnten, erklärte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann.

Sorge um Erfolg der Impfkampagne

Weil voraussichtlich schwere Erkrankungen fälschlich als Nebenwirkungen der Impfung angesehen werden, sorgen sich Experten um den Erfolg der Impfkampagne. Die Präsidentin des Schweizerischen Impfkomitees, Claire-Anne Siegrist, sagte der "Zeit", sie sei nicht im Mindesten besorgt wegen der tatsächlichen Nebenwirkungen der Impfstoffe. Jedoch sei sie geradezu "in Panik wegen allem, was den neuen wirkverstärkten Impfstoffen angehängt werden wird".

Nach Berechnungen eines internationalen Expertenteams ist bei einer Impfung von 30 Millionen Bundesbürgern damit zu rechnen, dass drei Menschen innerhalb einer Woche danach plötzlich sterben, zehn weitere an der aufsteigenden Nervenlähmung Guillain-Barré-Syndrom (GBS) und 20 Menschen an einer Entzündung des Sehnervs erkranken werden. Bei 100.000 Schwangeren sind zudem 280 spontane Aborte innerhalb einer Woche nach der Impfung zu erwarten.

Diese Fälle spiegeln lediglich die normale Erkrankungsrate in der Bevölkerung wider, und würden daher auch unabhängig von der Impfaktion eintreten, betonen die Autoren der Studie, die am vergangenen Wochenende im britischen Fachblatt "The Lancet" veröffentlicht wurde.

Quelle: AP/seeg

 
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