Auch Putzkolonne übersah ihn: Drogentoter lag zwei Tage unentdeckt auf Krankenhaustoilette
zuletzt aktualisiert: 05.09.2003 - 17:28Leer (rpo). Wegen einer fehlerhaften Darm-OP mit tödlichem Ausgang ist das Kreiskrankenhaus Leer in Ostfriesland schon einmal in die Schlagzeilen geraten. Nun gibt es neue Nachrichten: Ein Drogentoter hat zwei Tage lang unentdeckt auf der Toilette gelegen. Er war auch von der Putzkolonne übersehen worden.
Ein Kreissprecher in Leer bestätigte am Freitag entsprechende Medienberichte. Danach hat sich der Mann auf einer öffentlichen Besuchertoilette eine tödliche Dosis gespritzt. Der Drogenabhängige sei kein Patient gewesen, hieß es. Der Vorfall, der zwei Monate zurückliege, sei erst jetzt bekannt geworden. Die Verwaltung habe mit der Reinigungsfirma wegen des Vorfalles ein ernstes Gespräch geführt, hieß es.
Das Krankenhaus war bereits im Jahr 2002 in die Schlagzeilen geraten, nachdem Ärzte bei einer Darmoperation ein OP-Tuch im Bauch des Patienten vergessen hatten. Der Mann war gestorben. Inzwischen habe die Haftpflichtversicherung des Krankenhauses Schmerzensgeld an die Angehörigen gezahlt, erklärte Kreissprecher Dieter Backer. Gütlich geeinigt habe sich das Krankenhaus zudem mit einer Frau, der Anfang des Jahres irrtümlich ein Fettpolster entfernt worden war. "Es gibt in Leer nicht mehr und nicht weniger Komplikationen als in anderen Krankenhäusern", sagte Backer zu diesen Pannen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







