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Erpresser droht mit Gift in Lebensmitteln
Wie gefährlich ist Ethylenglykol?

Drohung mit Gift in Lebensmitteln: Wie gefährlich ist Ethylenglykol?
Ethylenglykol wird als Frostschutz in Motoren verwendet. (Symbolbild) FOTO: tmn
Düsseldorf. Es schmeckt süßlich, ist farblos, geruchsneutral – und gefährlich: Ethylenglykol. Diesen Stoff soll der Erpresser, der Supermärkten mit vergifteten Lebensmitteln droht, in Babynahrung gemischt haben. Doch was genau ist Ethylenglykol? Von Verena Kensbock

Am Donnerstag veröffentlichte die Polizei in Konstanz Fahndungsfotos eines etwa 50 Jahre alten Mannes: Er wird verdächtigt, mehrere Supermärkte zu erpressen, indem er mit der Vergiftung von Lebensmitteln droht. Nach einem Hinweis des bislang noch unbekannten Täters fanden Beamte in Friedrichshafen fünf Gläser mit Babynahrung – versetzt mit Ethylenglykol.

Besser bekannt als Frostschutzmittel

Ethylenglykol – was ist das für ein Gift? Und wie gefährlich kann es sein? "Ethylenglykol ist eine Alkoholverbindung, die sehr toxisch ist", sagt Daniela Acquarone vom Giftnotruf der Charité Berlin. "Meist wird der Stoff als Kühlerfrostschutzmittel verwendet."

Gelangt Ethylenglykol in den Körper, greift das Gift zunächst das zentrale Nervensystem an. "Relativ schnell kommt es zu einem Rauschzustand – wie Trunkenheit", sagt die klinische Toxikologin. "Das Ethylenglykol geht auf das Herz-Kreislauf-System, später greift es die Niere an." Im schlimmsten Fall kann Ethylenglykol zum Tod führen.

Zeigt ein Kind nach dem Verzehr verdächtiger Babynahrung Symptome wie Erbrechen oder eine Art Trunkenheit, sollten Eltern sofort in die nächste Kinderklinik fahren, rät Acquarone.

Gegenmittel: Alkohol

Schon sehr kleine Mengen können eine Vergiftung verursachen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt an, dass eine Dosis von 0,1 Milliliter pro Kilo Körpergewicht eine toxische Wirkung hat.

Vor allem bei kleinen Kindern greifen Ärzte auf das Gegengift Fomepizol zurück. Es verhindert, dass der Körper das Ethylenglykol weiter verarbeitet, und das Gift wird einfach ausgeschieden. Alternativ verwenden Ärzte auch Ethanol – also Alkohol.

 
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