| 11.32 Uhr

Ärger bei Facebook
Wirbel um Halal-Fleisch bei Edeka

Edeka: Facebook-Shitstorm wegen angeblichem Halal-Fleisch
Die Herkunft des umstrittenen Bildes ist unklar. FOTO: Screenshot: Facebook
Düsseldorf. Das Foto einer Fleischpackung mit der Aufschrift "halal", das angeblich aus einem Edeka-Markt stammt, verursacht Aufregung in den sozialen Netzwerken. Als sich Edeka bei Facebook einmischt, hilft dies nur bedingt.

Mit dem arabischen Wort "halal" ("erlaubt") bezeichnen Muslime Fleisch, das von Tieren stammt, die den muslimischen Vorschriften gemäß geschlachtet wurden. Die Tiere bluten dabei aus. In Deutschland ist das Schächten von Tieren ohne Betäubung verboten. Es können aber Ausnahmegenehmigungen aus religiösen Gründen erteilt werden.

Zweifelhafte Herkunft

Dieses Facebook-Posting zog viele wütende Kommentare auf sich. FOTO: Screenshot: Edeka Facebook-Page

Als jetzt bei Facebook ein Foto mit Halal-Fleisch auftauchte, das angeblich in einem Edeka-Markt aufgenommen wurde, hagelte es Kritik von Tierschützern. Dabei ist die Herkunft des Fotos ungeklärt. Neu scheint es nicht zu sein. Einige Medien bemerken, dass das Foto bereits im Jahr 2012 in einem Artikel der BBC verwendet wurde.

Edeka reagierte und kommentierte bei Facebook: "Eine Schächtung von Tieren lehnt Edeka grundsätzlich ab. Und das betäubungslose Schlachten ist in Deutschland aus Tierschutzgründen grundsätzlich verboten. Bei Edeka gibt es keine Fleisch- oder Wurstwaren, die von geschächteten Tieren stammen", heißt es in dem Post.

Wirbel um Edeka-Kommentar

Dann schreibt das Edeka-Team, dass sich Halal-Schlachtungen gar nicht von konventionellen Schlachtungen unterscheiden würden: "Halal-Schlachtungen sind keineswegs mit rituellen Schächtungen gleichzusetzen. [...] Im Hinblick auf das Tierwohl unterscheidet sich die Halal-Schlachtung, wie sie vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist, nicht von konventionellen Schlachtungen."

Doch auf diese Aussage folgte noch mehr Ärger. Mehrere Nutzer fragen: Wieso wird das Fleisch als "halal" bezeichnet, wenn es gar nicht den Vorgaben entspricht? Sobald das Tier vor dem Schächten betäubt werde, gelte das für viele streng gläubige Muslime nicht mehr als "halal".

Wie der Supermarkt auf die Kommentare weiter reagiert, bleibt abzuwarten. Fest steht: Es scheint noch Klärungsbedarf zu geben.

(isw)
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