Schießerei in Rüsselsheim: Ein Verdächtiger will sich stellen
zuletzt aktualisiert: 15.08.2008 - 16:13Darmstadt (RPO). Drei Tatverdächtige sind wegen der Schießerei vor einem Eiscafé in Rüsselsheim in Untersuchungshaft gekommen. Einer der Beteiligten hat angekündigt sich zu stellen.
Das Amtsgericht Darmstadt erließ gegen die Männer im Alter von 24, 28 und 30 Jahren Haftbefehle wegen Mordverdachts, wie der Sprecher der Darmstädter Staatsanwaltschaft, Ger Neuber, am Freitag mitteilte. Sie wurden dem Richter am späten Donnerstagabend um 23.00 Uhr vorgeführt.
Alle Festgenommenen machten Aussagen zum Tathergang, haben aber kein Geständnis abgelegt, wie Neuber erklärte. Sie versuchten nach seinen Angaben, ihre Beteiligung in ein positives Licht zu stellen. "Wir können nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, wer Angreifer war", sagte der Staatsanwalt.
Ausgangspunkt war ein Streit unter zwei Männern unterschiedlicher Familien vor einer Mainzer Disco. Er kann mit gekränkter Ehre zu tun haben. In der Rüsselsheimer Eisdiele hätten sich die Männer getroffen, um die Auseinandersetzung zu bereinigen, berichtete Neuber. Die Aussprache eskalierte dann. Eine Gruppe hatte zwei Pistolen mitgebracht, die andere Messer.
Zwei Männer im Alter von 26 und 29 Jahren wurden getötet, ebenso eine 55-jährige Griechin. Die Besitzerin des Restaurants nebenan wurde in die rechte Hüfte getroffen; die Kugel blieb laut Staatsanwaltschaft im Körper stecken. Die Frau verblutete in den Armen ihres Mannes. Einer der toten Männer erlitt sowohl Schuss- als auch Stichverletzungen. Was zum Tod führte, ist noch nicht geklärt. Der 31-jährige Bruder des getöteten 26-Jährigen liegt noch schwer verletzt im Krankenhaus und ist noch nicht ansprechbar. Gegen ihn wurde Haftbefehl beantragt, aber zunächst zurückgestellt, wie Neuber erklärte.
Als Tatbeteiligte der Schießerei und Messerstecherei gelten acht Männer, alle aus dem Rhein-Main-Gebiet, mit türkischer Staatsbürgerschaft und wegen Körperverletzungsdelikten polizeilich bekannt. Dazu zählen die Ermittler die zwei Toten, den Schwerverletzten, die drei inhaftierten Männer sowie einen Mann, der sich am Donnerstag der Polizei gestellt hat, und einen weiteren, der angekündigt hat, sich zu stellen, wie Neuber berichtete.
Insgesamt wurden sieben Männer festgenommen. Drei von ihnen wurden am Donnerstagnachmittag wieder entlassen, weil sie nicht am Tatort waren.
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