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Silvester
Eine Million feiern am Brandenburger Tor

Berlin (rpo). Auf der größten Silvesterparty Deutschlands haben rund eine Million Menschen bei nasskaltem Wetter am Brandenburger Tor das Jahr 2006 begrüßt. Auf der rund zwei Kilometer langen Partymeile westlich des Brandenburger Tors herrschte zum Jahreswechsel eine ausgelassene, aber friedliche Stimmung. Die Menschen lagen sich in den Armen, entzündeten Wunderkerzen und stießen mit Sekt auf das neue Jahr an. Die Feier stand unter dem Motto "Welcome to Germany".

Als Höhepunkt der nach Veranstalterangaben weltweit größten Silvester-Open-Air-Party wurde am Berliner Wahrzeichen pünktlich um Mitternacht ein etwa viertelstündiges Feuerwerkspektakel mit mehr als 1.000 Effekten gezündet. Die elfte Silvesterparty am Brandenburger Tor stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der Fußballweltmeisterschaft, die im Sommer in Deutschland stattfindet.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte am Silvesterabend bei einem offiziellen Festakt auf dem Platz des 18. März das Fußball-WM-Jahr 2006 in Deutschland offiziell eröffnet. Auf der Hauptbühne begrüßte er 31 Botschafter und Gesandte der an der WM teilnehmenden Nationen.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte in seiner Neujahrsansprache, die Spreemetropole könne sich "vor den Augen der ganzen Welt" 16 Jahre nach der Einheit als "friedliche Hauptstadt der Deutschen" präsentieren. Zugleich würden auch die Deutschen spüren, welchen Rang Berlin als Hauptstadt in den Augen seiner internationalen Gäste habe. Berlin werde die Fans herzlich willkommen heißen und gemeinsam mit ihnen ein "großes, rauschendes Fußball-Fest" feiern. Die Stadt freue sich auf faire und spannende Spiele und auf das Finale im modernisierten Olympiastadion.

Polizei und Feuerwehr zeigten sich zufrieden mit der Silvesternacht. Es habe weniger Einsätze als in den Vorjahren und keine spektakulären Großbrände gegeben, sagte ein Feuerwehrsprecher am Sonntagmorgen. Auch ein Polizeisprecher sprach von einem im Wesentlichen ruhigen Jahreswechsel mit weniger Einsätzen als im Vorjahr.

Die Feuerwehr rückte den Angaben zufolge zwischen 19.00 und 3.00 Uhr zu 1005 Einsätzen aus, im Vorjahr seien es 1295 gewesen. Das bedeute einen Rückgang um 22 Prozent. Es wurden nach Worten des Sprechers 245 Brände gelöscht, im Vorjahreszeitraum seien es 307 gewesen. Dabei habe es sich überwiegend um Balkon- und Mülltonnenbrände gehandelt. Die Zahl der Rettungseinsätze betrug den Angaben zufolge insgesamt 722 gegenüber 769 im Vorjahreszeitraum.

Die Berliner Polizei führte nach eigenen Angaben auf der Festmeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule 43 freiheitsbeschränkende Maßnahmen oder Festnahmen durch. Sanitäter versorgten auf dem Areal 276 Menschen, im Vorjahr seien es 352 gewesen. Ein Mensch wurde durch einen Feuerwerkskörper schwer im Gesicht verletzt. Ein 36-Jähriger mit einer Alkoholvergiftung wurde wiederbelebt. 57 Menschen kamen ins Krankenhaus.

(afp)
 
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