Müntefering-Maschine musste notlanden: "Eine sehr ernste Situation"
zuletzt aktualisiert: 14.09.2009 - 13:30Stuttgart (RPO). Am Flughafen Stuttgart ist am Montag eine mit 87 Personen besetzte Maschine notgelandet. An Bord war auch SPD-Chef Franz Müntefering.
Der 69-Jährige überstand die Notlandung unverletzt. "Es war eine ernste, sehr ernste Situation. Wir sind lange gekreist, haben den Anflug versucht und mussten dann notlanden", ließ er in Berlin erklären.
"Alle im Flugzeug waren sehr diszipliniert. Unser großer Dank gilt dem Kapitän, der eine Meisterleistung hingelegt hat, und seiner Crew, die die Situation professionell gehandhabt hat. Alle sind unverletzt geblieben", hieß es in der Erklärung weiter.
Am Mittag soll Müntefering auf einer Wahlkampfveranstaltung in Stuttgart-Feuerbach auftreten.
Die Maschine vom Typ Fokker 100 war von Berlin-Tegel nach Stuttgart unterwegs. Nach Angaben eines Sprechers der Fluggesellschaft Contact Air wurde niemand verletzt. Die Flughafengesellschaft teilte mit, dass fünf Personen bei dem Landeunfall einen Schock erlitten. Eine Flugbegleiterin wurde zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht.
Die Polizei erklärte, die Besatzung habe während des Fluges Probleme mit dem Fahrwerk gemeldet. Daraufhin sei sofort Großalarm am Flughafen ausgelöst worden, und man habe die Rettungskräfte alarmiert. Der Pilot konnte die Maschine dann unter den gegebenen Umständen um 10.47 Uhr sicher in Stuttgart landen, wie es weiter hieß. Die Ermittlungen zur genauen Ursache wurden aufgenommen.
An Bord befanden sich 82 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder. Sie wurden nach der Notlandung über Notrutschen aus dem Flugzeug gebracht. Die Fluggesellschaft Contact Air ist Partner der Lufthansa.
Die Start- und Landebahn am Flughafen Stuttgart wurde bis auf weiteres gesperrt. Passagiere anderer Maschinen müssen sich auf mehrstündige Verspätungen und Flugausfälle einrichten. Sie wurden vom Flughafen aufgefordert, sich an ihre jeweiligen Airlines zu wenden.
Die Notlandung wirkt sich auch auf den Düsseldorfer Flughafen aus. Dort verzögern sich die Starts von fünf Maschinen. Betroffen sind: drei Flüge von Air Berlin und zwei Maschinen der Lufthansa. Das teilte Christian Witt, Sprecher Flughafen Düsseldorf, unserer Redaktion auf Anfrage mit. Ab 14 Uhr sollen die Flugzeuge ab Düsseldorf in Richtung Stuttgart wieder pünktlich starten können. Denn dann sollen die Landebahnen in Stuttgart wieder freigegeben werden.
Die Fokker 100 ist ein zweistrahliges Düsenflugzeug, das auf die 80er Jahre zurückgeht. Die 100-sitzige Maschine ist das größte Modell des inzwischen nicht mehr existierenden niederländischen Herstellers Fokker und wurde für Kurz- und Mittelstrecken gebaut. 1986 flog die Maschine das erste Mal, 1988 wurde das erste Modell an den Kunden Swissair ausgeliefert. Zusammen mit dem kleineren Schwestermodell Fokker 70 wurden bis in die 90er Jahre insgesamt mehr als 300 Maschinen hergestellt, von denen viele noch heute unterwegs sind, unter anderem für die niederländische KLM und die Austrian Airlines.
Die maximal Reisegeschwindigkeit der Fokker 100 liegt bei 845 Stundenkilometern, die Reichweite zwischen 2.500 und gut 3.000 Kilometern. Das maximale Startgewicht liegt bei etwa 45 Tonnen.
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