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Einwanderung
Immer mehr Flüchtlinge lassen sich taufen

Einwanderung: Immer mehr Flüchtlinge lassen sich taufen
FOTO: Raupold, Isabella
Bielefeld. Die Evangelische Kirche von Westfalen verzeichnet in ihren Gemeinden immer mehr Taufen von Geflüchteten. Ein Pfarrer mahnt, die Getauften bei ihren Asylanträgen keiner Glaubensprüfung zu unterziehen.

In den Jahren 2013 und 2015 ließen sich insgesamt nur rund 200 Flüchtlinge taufen. Die Erhebung stellte Pfarrer Helge Hohmann, Beauftragter für Zuwanderungsarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen, vor. Hohmann zeigte sich besorgt darüber, dass es eine steigende Zahl von abgelehnten Asylanträgen von Getauften mit "äußerst problematischen Begründungen" durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gebe.

"Glauben nicht auf Wissen reduzieren"

Hohmann räumte ein, das BAMF und die Gerichte müssten durch Prüfung ausschließen, dass eine "taktisch bedingte Konversion" mit dem Ziel einer Asylanerkennung vorliege. Doch zeige mancher Ablehnungsbescheid, "dass der Charakter der Taufe als Sakrament verkannt wird, ebenso die Tatsache, dass der taufende Pfarrer sorgfältig geprüft hat, wie ernst es der betreffenden Person damit ist", so der Theologe. Der Glaube dürfe nicht auf die Aneignung von Wissen reduziert werden.

"Glaubensprüfungen sind zu unterlassen", forderte der Pfarrer. Vielmehr sei es sinnvoll, wenn die betroffenen Flüchtlinge in ihren Asylverfahren darlegten, wie sie im Alltag ihren Glauben praktizieren und in der Lage seien, dazu Fragen zu beantworten.

Entscheidungen der Pfarrer ernst nehmen

Der westfälische Landeskirchenrat Thomas Heinrich appellierte an das Bundesamt, die Entscheidungen der Pfarrerinnen und Pfarrer ernst zu nehmen und sie "einfach von Amts wegen" zu übernehmen. Schließlich überprüfe auch niemand die Ernsthaftigkeit einer kirchlichen Trauung oder der Konfirmation, so der Jurist. "Um die drohenden Schäden zu begrenzen, empfehlen wir, dass der taufende Pfarrer möglichst immer mit zur Anhörung beim BAMF geht, damit der dortige Sachbearbeiter gar nicht erst beabsichtigen kann, sich zu irren", so Heinrich.

(veke/kna)
 
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