Glatte Straßen zu Silvester: Eisregen und Schnee in NRW
zuletzt aktualisiert: 31.12.2009 - 13:09Berlin/Potsdam (RPO). Glatte Fahrbahnen könnten den Autofahrern zu Silvester sowie am bevorstehenden Wochenende zu schaffen machen. Mit dem Jahreswechsel setze in Nordrhein-Westfalen eine längere Frostperiode ein, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Im Verlauf des Donnerstags werde es landesweit Schnee und Eisregen geben.
Bei einem Verkehrsunfall auf eisglatter Fahrbahn ist am Donnerstagmorgen in Kalkar im Kreis Kleve eine 20-jährige Pkw-Fahrerin schwer verletzt worden.
Erwartet werden in NRW am Donnerstag zunächst Temperaturen um null Grad. Die Silvesternacht wird in Berlin und Brandenburg durch mäßigen bis starken Ostwind eisig kalt.
Neujahrstag werde die Luft auch in NRW zunehmend kälter. Sowohl am Freitag als auch am Samstag sind weitere Schneefälle zu erwarten. Am Sonntag werde es in weiten Teilen des Landes tagsüber minus zwei Grad kalt sein. Auch zu Beginn der neuen Woche bleibe es winterlich. Am Nachts setze strenger Dauerfrost ein.
Kalter Ostwind in Berlin
Die Silvesternacht wird in Berlin und Brandenburg durch mäßigen bis starken Ostwind eisig kalt. "Es weht ein unangenehmer Wind, durch den die Temperaturen auf gefühlte minus zehn Grad Celsius fallen", sagte Meteorologe Gregor Neubarth vom privaten Wetterdienst MeteoGroup Deutschland am Mittwoch auf ddp-Anfrage. Tatsächlich lägen die Temperaturen aber nur im leichten Frostbereich.
Zudem erwarten die Wetterexperten weiteren Schneefall zu Silvester und Neujahr. "In der Silvesternacht kann es zwischen sieben und zehn Zentimeter Neuschnee in der Region geben", sagte Neubarth. Besonders starker Schneefall wird in Berlin und im Süden Brandenburgs erwartet. In der Uckermark und in der Prignitz soll es weniger schneien.
Unfälle deutschlandweit
Ein erneuter Wintereinbruch hat zum Jahresende in Nord- und Ostdeutschland den Verkehr behindert. Dabei blieb es meist bei Blechschäden. In Niedersachsen wurde am Mittwoch aber ein 19-Jähriger getötet, als sein Auto wegen überhöhter Geschwindigkeit auf der eisglatten Bundesstraße 493 gegen einen Baum prallte.
Bereits am Dienstag wurde in Sachsen eine 70 Jahre alte Passantin getötet, als sie von einem ins Schleudern geratenen Wagen erfasst wurde. Ansonsten hatten die Verkehrsteilnehmer ihre Fahrweise offenbar meist gut auf Schnee und Glätte angepasst oder den Wagen gleich ganz stehengelassen. An der deutschen Ostseeküste mussten kleinere Häfen gesperrt werden.
In Nordrhein-Westfalen registrierte die Polizei trotz Glatteises ebenfalls nur eine geringe Zahl von Verkehrsunfällen. In der Nacht zu Mittwoch wurde ein Polizist auf der A 1 bei Münster leicht verletzt, als eine 29-Jährige mit ihrem Pkw in eine abgesicherte Unfallstelle fuhr und gegen den Streifenwagen prallte.
Einem Sprecher der Hamburger Verkehrsleitzentrale zufolge hatten viele Autofahrer offenbar wegen der Wettervorhersagen den Wagen stehengelassen.
Ostsee zugefroren
Durch die wieder sinkenden Temperaturen legt sich die deutsche Ostseeküste langsam einen Eispanzer zu. Die Seehäfen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind zwar weitgehend problemlos befahrbar, kleinere Häfen wie Kloster auf Hiddensee mussten jedoch bereits wegen Eisgangs geschlossen werden, wie eine ddp-Umfrage am Mittwoch ergab. Eisbedeckt sind nahezu alle Boddengewässer in Vorpommern, Neueis wurde unter anderem aus Schleswig gemeldet.
Laut dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) sind der Peenestrom und Teile des Greifswalder Boddens mit bis zu zehn Zentimeter dickem Eis bedeckt. Zwischen den Inseln Hiddensee und Stralsund haben sich Eisschollen ebenfalls zu bis zehn Zentimeter dicken Schichten zusammengepresst und behindern die Schifffahrt.
Die Eisdecke dürfte in den nächsten Tagen weiter wachsen. Während im Süden Deutschlands bei vergleichsweise milden Temperaturen an Silvester Regen fällt, rechnet der Deutsche Wetterdienst im Norden dank Polarluft mit einem weißen Jahreswechsel. Demnach wird vor allem südlich der Elbe weiterhin Schnee fallen. Dabei sind Neuschneehöhen über zehn Zentimeter möglich.
Bei mäßig bis frischen Wind aus Nordost besteht die Gefahr von Schneeverwehungen. Im südlichen Niedersachsen fällt anfangs auch Regen, der örtlich gefriert. Glatteis kann es ebenfalls in Südbrandenburg geben. Im Osten fällt zeitweise Schnee, Schneeregen oder auch Regen. Gelegentliche Regenfälle bestimmen das Silvesterwetter in der Südhälfte Deutschlands.
Das Thermometer steigt im Norden höchstens auf null Grad. In der Mitte Deutschlands werden es ein bis fünf Grad, im Süden vier bis zehn Grad.
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