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Eklat in Berlin
"Gottes Gören" stören Gottesdienst mit von der Leyen

"Gottes Gören" protestieren gegen von der Leyen
"Gottes Gören" protestieren gegen von der Leyen FOTO: dpa, pdz axs
Berlin. Damit hatte Ursula von der Leyen vermutlich nicht gerechnet: Während die Verteidigungsministerin auf dem Kirchentag an einem Gottesdienst teilnahm, protestierten Aktivistinnen gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr. Die Polizei musste anrücken.

Während eines Bittgottesdienstes für Frieden in der Berliner Gedächtniskirche seilten sich am Freitag zwei Aktivistinnen von einer Empore ab. Gemeinsam mit Mitstreitern auf der Empore wandten sie sich lautstark gegen Kriegseinsätze und die "Verstrickung der Kirche mit der Bundeswehr". Zudem warfen sie Flugblätter ab.

In einem Flugblatt hieß es wörtlich: "Während die Kirche immer wieder, besonders hier am Kirchentag, 'Weltoffenheit' und 'Frieden' predigt, bietet sie gleichzeitig der Bundeswehr eine Plattform, um sich als Frieden bringende Institution zu präsentieren." Die beiden Aktivistinnen, die sich von der Empore abgeseilt hatte, bezeichneten sich als "Gottes Gören". Ihre Mitstreiter gingen mit einem Transparent mit der Aufschrift "Keine Kampfdrohnen für die Bundeswehr" zum Altarraum vor.

Von der Leyen will Protestler einbeziehen

Die Verteidigungsministerin lud die Protestierenden ein, sich hinter sie zu stellen und den Gottesdienst nicht weiter zu stören: "Meine Soldatinnen und Soldaten, für die ich verantwortlich bin, stehen in mehreren Ländern auch dafür ein, dass ihr hier gegen uns sein könnt." Während Besucher der Veranstaltung den Störern mit christlichen Liedern begegneten, rückten Ordner des Kirchentages und Polizisten an, um die Aktion zu beenden. Die Aktivistinnen müssen laut Auskunft der Polizei mit einer Anzeige wegen Störung des Gottesdienstes rechnen.

Auch innerhalb der evangelischen Kirche war der Bittgottesdienst im Vorfeld auf Kritik gestoßen. Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) nannte von der Leyens Predigt eine "nicht hinnehmbare Vermischung von geistlichem und weltlichem Amt, Auftrag und Mandat".

(felt/KNA)
 
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