Anwohner bleiben gelassen: Elbhochwasser mit neuen Rekordwerten
zuletzt aktualisiert: 23.01.2011 - 13:18Dömitz (RPO). Bei den Einsatzkräften herrscht Optimismus, obwohl im Stadtgebiet von Dömitz in der Nacht zu Sonntag der Elbpegel die Rekordmarke von 2006 um acht Zentimeter überschritten hat. Der Pegel lag in der Nacht bei 6,72 Meter. Am Sonntagmorgen war er bereits wieder auf 6,70 Meter gesunkenDas Elbhochwasser hat am Wochenende in Norddeutschland mit neuen Rekordwerten seinen Scheitelpunkt erreicht.
Auch dank Hunderter Helfer auf Deichen und an Pumpen war die Lage in den betroffenen Regionen aber meist verhältnismäßig ruhig. Die Wasserstände sollen aber erst zur Wochenmitte wieder deutlich sinken.
In Lauenburg in Schleswig-Holstein war der Pegel am Samstagabend auf 9,20 Meter gestiegen, wie Bürgermeister Harald Heuer (CDU) am Sonntag sagte. Der Wasserstand lag damit acht Zentimeter über dem Rekordwert von 2006. Seit 22.00 Uhr sei der Wasserstand stabil geblieben.
Unermüdliche Helfer
Die Helfer seien in Lauenburg weiterhin unermüdlich im Einsatz, sagte Heuer. "Jetzt müssen wir noch diesen Tag überstehen, dann soll der Pegel wieder sinken." 14 Häuser in der Altstadt seien im Erdgeschoss überflutet worden. Das Hochwasser stehe direkt an den Außenwänden der Häuser in der historischen Altstadt. "Da wird kontinuierlich gepumpt", sagte Heuer. Der Bürgermeister hatte die Stimmung bei den Betroffenen am Samstag als angespannt, aber gefasst beschrieben.
Auch in den niedersächsischen Abschnitten stieg die Elbe über die Werte von 2006. Die Lage sei dennoch entspannt und ruhig, die Deiche hielten, sagte Ulrich Mentz vom Landkreis Lüneburg. In Bleckede stand der Elbpegel am Sonntagmorgen bei 11,46 Meter, acht Zentimeter höher als 2006. Der Bleckeder Ortsteil Alt Garge gilt als besonders gefährdet, weil dort nur ein provisorischer Deich aus Sand und Sandsäcken Grundstücke und Gebäude schützt. "Der Notdeich hält", sagte Mentz.
Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erwartete nur sehr langsam fallende Wasserstände. Mit einem spürbaren Rückgang wurde erst für Donnerstag gerechnet. Es werde zudem Wochen dauern, bis die Elbe in ihr ursprüngliches Flussbett zurückgekehrt sei, hieß es.
In Dömitz in Mecklenburg-Vorpommern sank das Elbhochwasser am Sonntagmorgen leicht um zwei Zentimeter. In der Nacht war der Pegel laut dem Landkreis Ludwigslust noch auf 6,72 Meter angestiegen, acht Zentimeter über dem Rekordhochwasser von 2006. In Boizenburg erreichte das Wasser den Höchststand von 6,89 Meter. Die Deiche hielten dem Rekordhochwasser stand. Mehr als 120 Wachen kontrollierten den Zustand der Deiche.
Wasser fließt nur langsam ab
Die Situation sei ruhig, sagte Landkreissprecher Andreas Bonin. 60 Freiwillige Feuerwehren stünden aber weiterhin in Bereitschaft. Nach Angaben des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Westmecklenburg fließt das Hochwasser nur langsam ab. Die Wasserstände werden voraussichtlich bis Mittwoch oberhalb von 6,50 Meter bleiben, dem Richtwert der Alarmstufe 4.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) sicherte den Bürgern weitere Unterstützung bei der Bekämpfung des Hochwassers zu. Bis zum Jahr 2020 sollten alle 1.300 Kilometer Deich im Land saniert werden, sagte er in einer Videobotschaft. Seit dem Sommerhochwasser 2002 seien rund 440 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert und 490 Kilometer Deiche saniert worden.
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