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Oer-Erkenschwick
Eltern erhalten 100 Euro fürs Kinder-Wecken

Die Ergebnisse der Hartz-IV-Studie im Detail
Die Ergebnisse der Hartz-IV-Studie im Detail FOTO: ddp
Oer-Erkenschwick (RP). Wenn es Eltern in Oer-Erkenschwick gelingt, ihre Kinder vier Wochen lang pünktlich zu wecken, in die Schule zu schicken und ihnen gar noch ein Pausenbrot mitzugeben, zahlt ihnen das Rathaus der Ruhrgebiets-Kleinstadt (30 000 Einwohner, Kreis Recklinghausen) dafür künftig bis zu 100 Euro – und das Land NRW zahlt möglicherweise mit.

Für das Projekt hat die Stadt beim Landesjugendamt einen Zuschuss von 16 000 Euro beantragt. Erreichen wolle man auf dem ungewöhnlichen Weg Problemfamilien, an die man sonst kaum noch herankomme und die sich jeder normalen Zusammenarbeit verweigerten, heißt es bei der Stadt. Ausgezahlt werden solle den Eltern das Geld auch nicht in bar, sondern in Form von Einkaufsgutscheinen. Mit dem örtlichen Einzelhandel will das Rathaus absprechen, dass die Gutscheine auf keinen Fall in Alkohol oder Zigaretten umgetauscht werden können.

Für jedes erfolgreiche Wecken, Broteschmieren und zur Schule schicken soll es einen Stempel auf der "Elternbonuskarte" geben. Geldwerte Stempel soll es aber auch geben können, wenn Problemfamilien zur Schuldnerberatung gehen, an Vorsorge-Untersuchungen teilnehmen oder den Weg zum Elternsprechtag finden. Für was genau es einen Stempel gibt, sollen Lehrer, Kindergärtnerinnen oder Jugendamtsmitarbeiter mit den Betroffenen relativ frei vereinbaren.

Der städtische Jugendpfleger sieht in dem Projekt ein "Rabattmarkenheft für vernünftiges Verhalten". Das gebe es schließlich auch beim Zahnarzt. Der Jugendhilfeausschuss der Stadt hat dem Vorhaben bereits zugestimmt, erreicht werden sollen rund 100 Familien als "Anreiz, sich korrekt zu verhalten".

Quelle: RP
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