Verhungerter Dennis: Eltern weigern sich ins Gefängnis zu gehen
zuletzt aktualisiert: 08.02.2008 - 12:35Cottbus (RPO). Die Eltern des verhungerten Dennis aus Cottbus sind sechs Monate nach ihrer Verurteilung zu hohen Haftstrafen am Freitag von der Polizei ins Gefängnis gebracht worden. Sie wurden am Morgen festgenommen, nachdem sie der schriftlichen Aufforderung zum Haftantritt nicht nachgekommen waren.
Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, seien daraufhin Haftbefehle erlassen worden, die die Polizei am Freitag vollstreckte. Die beiden waren im August 2007 vom Landgericht Cottbus wegen Totschlags und Misshandlung Schutzbefohlener verurteilt worden. Die 46-jährige Frau muss 13 Jahre und ihr 40 Jahre alter Ehemann für 11 Jahre ins Gefängnis. Den Richterspruch hatte der Bundesgerichtshof Ende Januar bestätigt. Damit wurde das Urteil rechtskräftig.
Die Eltern hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch einen Antrag auf Strafaufschub gestellt und dies damit begründet, dass sie Zeit bräuchten, um sich auf den Haftantritt vorzubereiten. Die Anklagebehörde habe den Antrag mit der Begründung abgelehnt, dass beide ausreichend Zeit gehabt hätten. Die Staatsanwaltschaft sei gehalten, langjährige Freiheitsstrafen zügig zu vollstrecken.
Der Leichnam des 1995 geborenen Dennis war zweieinhalb Jahre nach dem Tod des stark unterernährten Jungen im Dezember 2001 von Polizeibeamten in einer Kühltruhe der Familie gefunden worden. Die Eltern waren im Februar 2006 zunächst zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes verurteilt worden. Der BGH hatte das Urteil aufgehoben und den Schuldspruch in Totschlag umgewandelt, weil er das Mordmerkmal der Grausamkeit nicht erfüllt sah. Im neuen Prozess wurde nur noch über die Höhe des Strafmaßes verhandelt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







