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Leichte Gebäudeschäden: Erdbeben erschüttert Südwesten Deutschlands

zuletzt aktualisiert: 05.12.2004 - 09:13

Frankfurt/Paris (rpo). Schreck am frühen Sonntagmorgen für viele Menschen im Südwesten Deutschlands: Ein starkes Erdbeben ließ im Breisgau und in angrenzenden Gebieten Frankreichs den Boden wackeln. Bei den Polizeidienststellen gingen hunderte besorgte Anrufe ein.

Die Auswirkungen waren auch in der Schweiz, im Elsass und in Stuttgart spürbar. Das Beben von 2.52 Uhr hatte nach Angaben des Landesamtes für Geologie in Freiburg eine Stärke von 5,4 auf der Richterskala. Sein Epizentrum lag in der Nähe von Waldkirch im Breisgau. Viele Menschen wurden durch die Erschütterungen aus dem Schlaf gerissen. Allein in Emmendingen gingen innerhalb einer Viertelstunde 120 Notrufe ein.

Nach Angaben des Landesamtes für Geologie kam es aber nur zu leichten Gebäudeschäden. "Das ist sehr erstaunlich für diese Stärke", sagte der Seismologe Wolfgang Brüstle. Meldungen über Verletzte lagen nicht vor. Die Polizei in Waldkirch berichtete nur von kleineren Haarrissen im Putz und einzelnen Ziegeln am Boden. In Furtwangen stürzte allerdings im Flur eines leer stehenden Krankenhauses eine Decke herab. Auch dort wurde niemand verletzt. Dem Landesamt zufolge könnte es in einem Umkreis von 40 Kilometern zu weiteren kleineren Schäden gekommen sein.

Nach Angaben der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich waren die Erschütterungen auch in der Nordschweiz deutlich spürbar. Schäden wurden dort aber nicht bekannt. In Frankreich riefen nach Behördenangaben Hunderte Menschen an, um sich über das Beben zu informieren.

Die Freiburger Geologen zeichneten mehrere Dutzend Nachbeben auf, von denen aber nur wenige spürbar waren. Erdbeben-Experte Brüstle sagte, dass sich die sichere Bauweise in der Region bewährt habe: "In anderen Ländern hätte das Beben viel größere Schäden verursacht." Die Erschütterungen könnten in einem Radius von 250 Kilometern noch spürbar gewesen sein.

Zwölf Kilometer Tiefe

Das Beben ereignete sich in zwölf Kilometern Tiefe und ist laut Brüstle ein normales Ereignis im Oberrheingraben, wo die Erdkruste eingebrochen ist und sich über Jahre Spannungen aufbauen. Dabei treffen aber nicht wie in Japan oder Kalifornien zwei Erdplatten aufeinander.

Am Oberrhein ereignete sich das letzte vergleichbare Beben im Februar 2003. Dabei wurde in den Vogesen in Frankreich eine Stärke von 5,4 gemessen. Es gab ebenfalls nur leichte Schäden. Schwere Schäden in Höhe von mehreren hundert Millionen Mark gab es dagegen 1978 auf der Schwäbischen Alb. Die Geologen registrierten damals eine Stärke von 5,7 auf der Richterskala. Insgesamt hat es laut Brüstle in Baden-Württemberg in diesem Jahr mindestens schon zehn Mal allerdings kleinere Erdstöße gegeben.

Quelle: ap

 
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