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Amoklauf im Jahr 2002
Erfurt-Schüler sind noch heute traumatisiert

Der Amoklauf von Erfurt
Der Amoklauf von Erfurt FOTO: AP
Erfurt (RPO). Der Amoklauf von Winnenden weckt Erinnerungen an die Bluttat von Erfurt. Vor sieben Jahren stürmte der 19-jährige Robert Steinhäuser das Erfurter Johannes-Gutenberg-Gymnasium. Mit einer Pistole und einer Pumpgun tötete er 16 Menschen. Einige Schüler sind deswegen bis heute in Behandlung.

Am 26. April 2002 erschoss Stainhäuser innerhalb von höchstens zehneinhalb Minuten zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin sowie einen Polizisten. Anschließend tötete er sich selbst. Der Täter war zuvor von der Schule verwiesen worden.

Beinahe die Hälfte der Schülerschaft des Gymnasiums galt kurz nach dem Amoklauf als traumatisiert, auch Hinterbliebene brauchten psychologische Behandlung. Der größte Teil der mehr als 600 Schüler und Lehrer befand sich auch ein Jahr später noch in Gruppen- und Einzeltherapie.

Bis heute werden neun Schüler und sechs Lehrer nach Angaben der Unfallkasse Thüringen vor allem wegen so genannter posttraumatischer Belastungsstörungen betreut. Eine Sprecherin ging am Mittwoch davon aus, dass nach dem Amoklauf in Baden-Württemberg "viele weitere an dieses Ereignis erinnert und auch wieder rückfällig werden".

Die Bluttat von Erfurt hatte auch politische Konsequenzen. Das Waffengesetz wurde verschärft, ein neues Jugendschutzgesetz brachte strengere Auflagen für Gewaltvideos und Computerspiele. Steinhäuser hatte am Computer Ego-Shooter gespielt, bei denen der Spielgegner getötet werden muss. Das Johannes-Gutenberg-Gymnasium wurde nach dem Amoklauf vollständig saniert und umgebaut. Nach vorübergehendem Unterricht in einem Ausweichquartier begann im Sommer 2005 wieder der Lehrbetrieb in dem Gründerzeitbau.

Alle Berichte über den Amoklauf in Winnenden im Special

(AFP)
 
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