Stadtarchiv Köln: Ermittler prüfen Pfusch als Unglücksursache
zuletzt aktualisiert: 14.03.2009 - 11:15Hamburg/Köln (RPO). Knapp zwei Wochen nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs prüfen Ermittler laut einem Medienbericht nun auch intensiv, ob ein Herstellungsfehler oder eine falsche Berechnung der Wände in der nahe gelegenen unterirdischen Stadtbahn-Baustelle das Unglück ausgelöst haben könnte. Anlass dazu bieten erste Zeugenaussagen.
Mitarbeiter der Firma Brunnenbau Conrad aus Thüringen, die zum Unglückszeitpunkt auf der Baustelle arbeiteten, gaben dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" übereinstimmend zu Protokoll, Teile der sogenannten Schlitzwand seien plötzlich eingebrochen. Dabei seien große Mengen Wasser und Kies in die unterirdische Baustelle gespült worden. Diese Darstellung passe zu der Tatsache, dass Arbeiter sofort nach oben gerannt seien und Mitarbeiter des Stadtarchivs sowie Anwohner gewarnt hätten, heißt es bei der Staatsanwaltschaft.
Unterschiedliche Aussagen der Baufirmen
Dagegen sollen Mitarbeiter einer anderen am Unglücksort tätigen hessischen Firma ausgesagt haben, das Wasser sei am Boden in die Baustelle eingedrungen. Die Ermittler hegen den Verdacht, dass die Zeugenaussagen in einer der Firmen womöglich abgesprochen waren, um von eigenen oder fremden Fehlern abzulenken. Das hessische Unternehmen kooperiert seit zehn Jahren mit der Firma Bilfinger Berger, die den Bau des Südteils der Kölner Nord-Süd-Stadtbahn leitet.
Der Inhaber der Firma sagte, Widersprüche in Zeugenaussagen seien durch "unterschiedliche Wahrnehmungen im Moment der Panik" erklärbar. Absprachen habe es definitiv nicht gegeben. Ein Sprecher von Bilfinger Berger wollte sich nicht äußern. Bei Brunnenbau Conrad hieß es, die Mitarbeiter hätten offen und ehrlich ausgesagt.
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