Verstoß gegen Rauchverbot: Ermittlungen gegen Helmut Schmidt
zuletzt aktualisiert: 25.01.2008 - 12:00Düsseldorf (RPO). Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen Altkanzler Helmut Schmidt. Gegen den 89-Jährigen und seine Frau Loki liegt eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Rauchverbot und Körperverletzung vor.
Die Nichtraucherinitiative Wiesbaden hat gegen Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) und seine Frau Loki Strafanzeige wegen Körperverletzung erstattet. Der Grund sei, dass sich die Schmidts trotz Rauchverbots in öffentlichen Gebäuden weiterhin den Glimmstängel anstecken, sagte deren Vorsitzender Horst Keiser am Freitag der Nachrichtenagentur ddp. "Ja, wir prüfen das jetzt rechtlich", sagte der Sprecher der Hamburger Staatsanwalt, Rüdiger Bagger, der "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe). Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet und ein Aktenzeichen angelegt.
Die Nichtraucherinitiative beobachtet nach eigenen Angaben seit Jahrzehnten das Rauchverhalten von Helmut Schmidt und seiner Frau in der Öffentlichkeit. "Als wir die Bilder vom Neujahrsempfang im Fährhaus gesehen haben, hat es uns gereicht", begründet Keiser die Strafanzeige. Mit der bereits am 10. Januar gestellten Anzeige solle nun "ein Zeichen gesetzt werden". Es ärgere ihn besonders, dass eine Person wie Schmidt, die bereits so lange in der Öffentlichkeit stehe, sich derart verhalte. "Wie sollen da Kinder und Jugendliche lernen, dass sie sich an Regeln halten müssen?", sagte Keiser. Helmut Schmidt müsse als positives Vorbild vorangehen.
Trotz des seit Januar in Hamburg geltenden Rauchverbots zündete sich das Ehepaar beim traditionellen Neujahrspunsch im Theater "Winterhuder Fährhaus" am 6. Januar Zigaretten an. Das Theater stellte ihnen sogar exklusiv einen Aschenbecher zur Verfügung.
Ans Aufhören denken die beiden nicht. "Sogar die Ärzte raten uns davon ab", sagte Loki Schmidt damals der "Hamburger Morgenpost". Die Umstellung würde zu viel Stress für den Körper bedeuten. "Ich habe im Alter von zehn Jahren mit dem Rauchen angefangen", sagte die 88-Jährige. Sie wünschen sich vor allem eins: "Dass wir den 90. noch zusammen feiern." Im Dezember steht der runde Geburtstag von Helmut Schmidt an, im März 2009 folgt ihrer.
Das Theater betonte, die Raucherlaubnis für die Schmidts sei eine absolute Ausnahmeregelung. "Bei diesen treuen Ehrengästen ist das selbstverständlich", sagte Sprecher Remmer Koch. Selbst im Hamburger Rathaus dürften die beiden rauchen. Dies sei auch von allen der rund 500 Gäste am Sonntag akzeptiert worden. "Keiner hat sich beschwert, und alle anderen Raucher sind vor die Tür gegangen", sagte Koch.
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