Nach umfangreichen Razzien: Ermittlungen gegen Milli Görüs eingestellt
zuletzt aktualisiert: 21.09.2010 - 06:46München (RPO). Die Staatsanwaltschaft München hat die schweren Vorwürfe gegen Spitzenfunktionäre der Vereinigung Milli Görüs und weiterer Muslim-Verbände fallengelassen. Nach Zeitungsinformationen der wurden die Ermittlungen vollständig eingestellt.
Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die Staatsanwälte hatten sechs Funktionären unter anderem Betrug, Geldwäsche sowie die Unterstützung terroristischer Organisationen und die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte es deshalb umfangreiche Razzien gegeben.
Aufgrund der massiven Vorwürfe entschied Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) damals, Milli Görüs-Funktionäre und den von der Vereinigung dominierten Islamrat von der deutschen Islamkonferenz vorerst auszuschließen. In dem Gremium beraten Vertreter von Bund, Ländern, Gemeinden und Muslim-Verbänden über eine bessere Integration der vier Millionen Muslime in Deutschland. Der türkisch geprägten Milli Görüs gehören bundesweit gut 300 Moscheegemeinden an.
Der Generalsekretär des Verbandes, Oguz Ücüncü, gegen den persönlich ermittelt worden war, kritisierte das Vorgehen der Behörden. "Das Verfahren hatte offenbar einen politischen Hintergrund", sagte er. Die Ermittler hätten trotz intensiver Suche über 19 Monate hinweg "nichts gefunden".
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