Bahn will lückenlos aufklären: Erneuter Ausfall von Klimaanlage im ICE
zuletzt aktualisiert: 12.07.2010 - 21:36Hannover (RPO). Erneut ist es am Montag zu Ausfällen von Klimaanlagen in ICE-Zügen der Deutschen Bahn gekommen. Bei brütender Hitze waren davon mehrere hundert Reisende betroffen. Auf dem Hauptbahnhof von Hannover haben am frühen Abend Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) Wasserflaschen an Hunderte gestrandete Fahrgäste verteilt.
Der Notfallmanager des Hauptbahnhofs habe das THW angefordert, weil wegen des Ausfalls von Klimaanlagen "mehrerer Züge" und der großen Hitze die Fahrgäste mit Wasser versorgt werden mussten, sagte ein Sprecher des THW in Hannover. Betroffen waren den Angaben zufolge mindestens 400 Reisende. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn bestätigte den Ausfall der Klimaanlage und die vorläufige Außerbetriebnahme des ICE 556 von Berlin nach Koblenz. Den Ausfall weiterer Züge wollte sie "nicht ausschließen".
Ebenfalls wegen einer defekten Klimaanlange mußte der ICE 856 von Berlin nach Hamm (Westfalen) am Nachmittag außerplanmäßig in Stendal halten. Wie die Deutsche Bahn der Nachrichtenagentur ddp auf Anfrage bestätigte, mussten alle Fahrgäste den Zug verlassen und wurden angesichts der Hitze mit Getränken versorgt. Die Reisenden konnten mit einem Ersatzzug ihre Fahrt fortsetzen. Wie die Bundespolizei mitteilte, wurden 5 Personen wegen Kreislaufproblemen medizinisch versorgt.
Zentrale Anlaufstelle der Deutschen Bahn:
hitzewelle@deutschebahn.com
DB Fernverkehr AG, Kundendialog, Stichwort "Hitzewelle", Postfach 10 06 13, 96058 Bamberg
Das DB-Kundenportal: 01805 99 66 33
Bahn verspricht Aufklärung
Die Deutsche Bahn will die Vorfälle im Zusammenhang mit den ausgefallenen ICE-Klimaanlagen lückenlos aufklären. Das versicherte DB-Vorstandsvorsitzender Rüdiger Grube am Montag in Berlin. Bereits am Wochenende waren bei extremen Außentemperaturen in drei vollbesetzten ICE-Zügen die Klimaanlagen ausgefallen. Reisende eines Zuges mussten in Bielefeld ärztlich versorgt werden. Viele Passagiere aus völlig überhitzten ICE , darunter eine komplette Schulklasse, mussten notversorgt werden.
Das Unternehmen werde den Betroffenen für den erlittenen Schaden eine schnelle und unbürokratische Wiedergutmachung leisten. DB-Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg kündigte eine zentrale Anlaufstelle für betroffene Kunden an. Betroffene Fahrgäste können außerdem das DB-Kundenportal nutzen.
Unterdessen hat nach den Hitze-Pannen bei der Bahn nun die Bundesregierung Druck gemacht. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) forderte von dem Unternehmen, dass die Züge "bei minus 40 Grad genauso zuverlässig fahren wie bei plus 40 Grad." Auch Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) kritisierte die Bahn wegen der zahlreichen Klima-Probleme in ICEs.
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