Schweinegrippe-Tote in Bonn, Neunkirchen und Augsburg: Erster Todesfall ohne Vorerkrankung
zuletzt aktualisiert: 30.10.2009 - 20:11Bonn (RPO). Es sind die Todesfälle vier bis sechs in Deutschland: Eine 48 Jahre alte Frau ist im Universitätsklinikum Bonn an der sogenannten Schweinegrippe gestorben. Ebenfalls am Freitag starb ein fünfjähriger Junge im Saarland und ein 16-Jähriger in Bayern.
Die 48-jährige Frau aus dem Rhein-Sieg-Kreis hatte keine bekannten Vorerkrankungen, die den schweren Krankheitsverlauf erklären würden, wie das Universitätsklinikum Bonn mitteilte. Wo sie sich angesteckt hatte, war demnach unklar. Die Frau war vor einigen Tagen aus einem anderen Krankenhaus zur intensivmedizinischen Weiterbehandlung nach Bonn verlegt worden. Dort musste sie an eine künstliche Lunge angeschlossen werden, die derzeit nur in speziellen Zentren in Nordrhein-Westfalen verfügbar ist, wie die Klinik weiter mitteilte.
Bei dem fünften Todesfall handelt es sich nach Angaben des saarländischen Gesundheitsministeriums um einen fünfeinhalb Jahre alten Jungen. Er habe sich offenbar in einer Behinderteneinrichtung im Landkreis Neunkirchen angesteckt, sagte ein Ministeriumssprecher am Abend der Nachrichtenagentur AFP. Das Kind war demnach nach einem schweren Unfall seit zweieinhalb Jahren schwerst chronisch krank und behindert. Es habe zudem zuletzt an einer bakteriellen Lungenentzündung gelitten. In der Behinderteneinrichtung wurden dem Sprecher zufolge Maßnahmen getroffen, um eine weitere Ausbreitung der Schweinegrippe zu verhindern.
Ein 16-jähriger Patient aus Günzburg sei dem Virus im Augsburger Zentralklinikum erlegen, berichtete die "Augsburger Allgemeine" unter Berufung auf einen Klinik-Sprecher. Nach Informationen der Zeitung war der Jugendliche schwerbehindert. In dem Augsburger Klinikum werden dem Bericht zufolge zwei weitere an den Folgen der Schweinegrippe erkrankte Kinder künstlich beatmet.
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