Angeklagter bestreitet Vorwürfe: Esoterik-Musiker bald wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht
zuletzt aktualisiert: 06.08.2009 - 12:42München (RPO). Wegen jahrelangen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern muss sich der Esoterik-Musiker Oliver Shanti ab dem 26. August vor Gericht verantworten. Die Anklage wirft dem inzwischen 60-jährigen Sektenguru vor, sich ab 1985 in seiner Kommune 314-mal an Kindern seiner Anhänger vergangen zu haben.
Opfer waren laut Staatsanwaltschaft vier Jungen und zwei Mädchen im Alter ab zehn Jahren. Shanti, der mit bürgerlichem Namen Ulrich S. heißt, bestreitet die Vorwürfe, wie Oberstaatsanwalt Anton Winkler sagte. Bis Ende September wurden zunächst acht Verhandlungstage angesetzt, wie das Landgericht München am Donnerstag mitteilte.
Zielfahnder hatten den mutmaßlichen Kinderschänder jahrelang international gesucht. Im Juni vergangenen Jahres war er in der deutschen Botschaft in Lissabon verhaftet worden, als er seinen Reisepass verlängern lassen wollte.
Seit Mitte der 80-er Jahre hatte er zusammen mit einem Dutzend Anhängern auf einem Landgut bei Vila Nova de Cerveira im Norden Portugals gelebt.
Shantis Meditationsklänge waren unter dem CD-Label "Sattva Music" zeitweise erfolgreich im Handel. Seine Kommune hatte zunächst im Bayerischen Wald und in München gelebt und war Mitte der 80er Jahre nach Portugal umgezogen.
Der Fall war mit der Anzeige einer Mutter aus Berlin ins Rollen gekommen. Sie hatte ihren krebskranken Sohn für eine Luftveränderung in die Landkommune Shantis geschickt.
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