Missbrauchsfälle: Ex-Leiter von Schloss Salem verteidigt Internate
zuletzt aktualisiert: 12.04.2010 - 07:52Osnabrück (RPO). Der langjährige Leiter des Internats Schloss Salem, Bernhard Bueb, hat die Internate angesichts der Fälle von sexuellem Missbrauch in Schutz genommen. Die Internate würden derzeit "in einem Maße schuldig gesprochen, wie sie es nicht verdienen".
Das Bueb der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dort werde eine schärfere soziale Kontrolle ausgeübt als in der Familie, wo bekanntermaßen die meisten Fälle von Missbrauch vorkämen. Daher seien gut geführte Internate sogar Schutzräume gegen Übergriffe. Dennoch müssten sie jetzt in Deutschland erneut gegen ein Negativ-Image kämpfen.
Pädophile fühlten sich jedoch von Einrichtungen angezogen, in denen sie mit Kindern umgehen könnten. Das sei aber nicht kirchenspezifisch. "Die Täter gehen in Schulen, in Internate, in Jugendclubs, zu den Pfadfindern und in Sportvereine." Bisher sei wenig über sexuelle Übergriffe in Sportvereinen bekannt, obwohl dort die körperliche Nähe stärker gegeben sei als in anderen Einrichtungen.
"In einem gut geführten Internat ist es schwierig, sich an Kindern zu vergreifen", betonte Bueb, der Schüler am Jesuiteninternat St. Blasien war, 31 Jahre das Internat Schloss Salem leitete und zuvor Lehrer an der Odenwaldschule war.
Statistisch gesehen seien Missbrauchsfälle in diesen Einrichtungen relativ gering. Auch in der reformpädagogischen Odenwaldschule sei es nur unter dem Schulleiter Gerold Becker zu Vorfällen gekommen, "weil der Kontrolleur selbst der Haupttäter war". Aus den anderen 85 Jahren der Odenwaldschule sei nichts bekannt.
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