Kölner Stadtarchiv: Experte: Bergungsarbeiten dauern noch Monate
zuletzt aktualisiert: 16.04.2009 - 10:00Berlin/Köln (RPO). Die Bergungsarbeiten am eingestürzten Kölner Stadtarchiv werden nach Einschätzung des Archivberatungszentrums beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) noch mindestens ein halbes Jahr andauern.
Derzeit kämen die Arbeiten gut voran, sagte der Leiter des LVR-Archivberatungszentrums, Arie Nabrings, am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur. Nach optimistischen Schätzungen könne man daher in sechs Monaten mit den Arbeiten fertig sein, es könne aber auch noch bis zu einem Jahr dauern.
"Das hängt eben eigentlich von der Situation ab, die man vorfindet. Man kommt jetzt in immer tiefere Schichten, und je tiefer man kommt, desto schwieriger wird es."
Nabrings sagte weiter, bisher befinde man sich in der Phase der Bergung, dann erst beginne die Restaurierung des Kölner Archivguts. Wie teuer diese Restaurierung werde, sei noch völlig unklar: "Es wird Geld kosten, das ist völlig richtig. Wie viel es sein wird, kann seriös im Augenblick niemand sagen."
Beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs und benachbarter Gebäude am 3. März waren zwei junge Männer im Alter von 17 und 24 Jahren ums Leben gekommen.
Das Archiv gilt als eines der größten Stadtarchive in der Bundesrepublik Deutschland. Es umfasst Dokumente aus über tausend Jahren Kölner und rheinischer Geschichte, unter anderem 65 000 Urkunden, 104 000 Karten und eine halbe Million Fotos. Auch zahlreiche Nachlässe, darunter der des Schriftstellers Heinrich Böll, befinden sich in dem Archiv. Die früheste Urkunde stammt aus dem Jahr 922. Das Gebäude in der Severinstraße wurde 1971 für das Archiv gebaut.
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