kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Zwei Tote nach Unwettern: Experten: Hochwasserschutz unzureichend

zuletzt aktualisiert: 10.08.2007 - 11:22

Düsseldorf (RPO). Nach den Regenfluten in Deutschland und der Schweiz geben Meteorologen vorerst Entwarnung. Doch Experten zeigen sich alarmiert. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wirft den Bundesländern vor, zu wenig für den Hochwasserschutz zu tun. Hilfsgelder in Milliardenhöhe seien lediglich in den Wiederaufbau der alten Infrastruktur gesteckt worden. Zu wenig für einen echten Schutz.

Die betroffenen Bundesländer hätten nach den Jahrhunderhochwassern an Oder und Elbe vor fünf Jahren zwar insgesamt rund acht Milliarden Euro Schadens- und Aufbauhilfen bekommen. Damit sei jedoch vor allem die Infrastruktur in den Risikogebieten wiederhergestellt worden. Hunderte Millionen Euro seien außerdem für Deichverstärkungen, Polder, Rückhaltebecken und Uferbefestigungen ausgegeben worden. Der Schwerpunkt beim Hochwasserschutz habe damit auf rein technischen Maßnahmen gelegen.

Der BUND macht dafür vor allem mangelnden politischen Willen und den Druck der Bau- und Agrarlobby dafür verantwortlich. Als Fehler erweisen könne sich zudem der Wiederaufbau von Gebäuden und Verkehrseinrichtungen an den gleichen Stellen, die 2002 überflutet worden waren. Außdem fehlten geeignete Strategien zur Anpassung an die wegen des Klimawandels zu erwartenden extremen Hoch- und Niedrigwasserstände der Flüsse.

Vielerorts musste die Feuerwehr ausrücken. Foto: AP, AP

Flüssen mehr Raum geben

Gerhard Timm, Bundesgeschäftsführer des BUND: "Den Flüssen mehr Raum geben - das war erklärte Absicht von Bundes- und Länderregierungen, als deren Spitzenpolitiker in Gummistiefeln auf den geborstenen Deichen standen. Die Deiche wurden zwar erhöht, die Flüsse erhielten aber nur marginal zusätzlichen Raum, in den ein nächstes Hochwasser ausweichen kann. Vier Fünftel der ursprünglichen Überschwemmungsfläche haben wir den Flüssen genommen, jetzt bekommen sie nicht einmal ein Hundertstel zurück."

Vor allem die Bundesländer hätten das von der Schröder-Regierung verabschiedete Hochwasserschutzgesetz bereits im Entwurfsstadium weitgehend zerpflückt. Ein generelles Bauverbot in Flussauen sei ebenso verhindert worden wie stärkere Restriktionen bei der landwirtschaftlichen Nutzung potentieller Überschwemmungsflächen.

Zwei Tote in NRW

Bei dem schweren Unwetter in der Nacht auf Freitag waren in Nordrhein-Westfalen zwei Menschen ums Leben gekommen. In Arnsberg wurde ein 61-Jähriger vom Hochwasser in seinem Keller überrascht und ertrank in den Wassermassen. Der Tod eines 78-Jährigen in Mönchengladbach gibt der Polizei noch Rätsel auf. Experten gehen davon aus, dass sich das Hochwasser-Risiko in Deutschland verzehnfachen wird.

Der 61-jährige Mann habe wegen der einströmenden Wassermassen den Keller nicht mehr verlassen und nur noch tot geborgen werden können, erklärte ein Polizeisprecher.

Im Fall des 78-Jährigen in Mönchengladbach bezweifelte ein Polizeisprecher die Angaben der Feuerwehr, wonach der Mann möglicherweise an einem Stromschlag gestorben war, als er mit einer elektrischen Pumpe seinen überfluteten Keller habe leer pumpen wollen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Nach heftigen Regenfällen war die Autobahn 46 bei Arnsberg am späten Donnerstagabend komplett gesperrt worden. Nach Polizeiangaben war eine große Menge Schlamm auf die Fahrbahn gespült worden. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen gab es am späten Donnerstagabend vor allem in Ostwestfalen heftige Regenfällen mit punktuell 20 bis 35 Litern pro Quadratmeter. Nach Mitternacht zog das Regengebiet Richtung Eifel.

Hochwasser-Gefahr steigt

Das Bundesumweltministerium warnt vor der steigenden Hochwasser-Gefahr. "Das Hochwasser-Risiko in Deutschland wird sich in absehbarer Zukunft verzehnfachen", sagte der Parlamentarische Staatssekretär des Ministeriums, Michael Müller (SPD), unserer Redaktion.

"Schon in wenigen Jahrzehnten müssen wir durch den Klimawandel davon ausgehen, dass es im Winter etwa 40 Prozent mehr Regenmenge, aber immer weniger Schnee- und Eis-Speicherung gibt, sodass sich die Abflüsse enorm beschleunigen", erklärte Müller.

Seit der Jahrhundert-Flut an der Elbe vor fünf Jahren hätten die Länder viel zu wenig für den Hochwasserschutz getan, rügte der Umwelt-Staatssekretär. "Wir müssen lernen zu handeln, bevor eine Katastrophe eingetreten ist. Wir müssen mehr für den Gebirgsschutz tun, wir müssen aufhören, Flüsse zu begradigen, und wir müssen viel mehr für den Klimaschutz machen", forderte Müller.

Quelle: afp2

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Polizist war auf Salafisten angesetzt

Beamter unter Islamismus-Verdacht

Polizist war auf Salafisten angesetzt

Ein wegen Salafismus-Verdacht vom Dienst suspendierter Essener Polizeibeamter war einem Medienbericht zufolge als Mitarbeiter des Verfassung ... mehr 

Großer Teil von Occupy-Camp brennt ab

Kieler Kriminalpolizei ermittelt

Großer Teil von Occupy-Camp brennt ab

Das Protestcamp der Occupy-Bewegung in Kiel ist am Samstag zu einem großen Teil abgebrannt. Die Ursache für das Feuer ist noch unklar. Die ... mehr 

mehr Panorama
Aus der Region

Beamter unter Islamismus-Verdacht

Polizist war auf Salafisten angesetzt

Kieler Kriminalpolizei ermittelt

Großer Teil von Occupy-Camp brennt ab

Vor der Küste Perus

Tausende verendete Krebse entdeckt

Großrazzia bei Hells Angels im Norden

Suche nach Beton-Leiche geht weiter

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Gefangen im Monster-Stau von Peking

In Chinas Hauptstadt gibt es nicht nur viele Menschen, sondern auch ziemlich viele Autos. Kein Wunder also, dass es dort immer wieder zu ... mehr 

Mehr Panorama Deutschland
Tunesien Salafisten platzhalter salafismus 2012

Beamter unter Islamismus-Verdacht

Polizist war auf Salafisten angesetzt

Ein wegen Salafismus-Verdacht vom Dienst suspendierter Essener Polizeibeamter war einem Medienbericht zufolge als Mitarbeiter des Verfassungsschutzes auch auf Islamisten angesetzt. mehr

 

Kieler Kriminalpolizei ermittelt

Großer Teil von Occupy-Camp brennt ab

 

Vor der Küste Perus

Tausende verendete Krebse entdeckt

 

Großrazzia bei Hells Angels im Norden

Suche nach Beton-Leiche geht weiter

 

Großrazzia in Norddeutschland

Hells Angels führten angeblich Folterkeller

 
Top-Services
 
Mehr Panorama
Die schönsten Balkone unserer Leser
Die schönsten Balkone unserer Leser
Wir hatten unsere Leser gebeten, uns Bilder .. mehr 
 
Die schönsten Balkone unserer Leser
Die schönsten Balkone unserer Leser
Wir hatten unsere Leser gebeten, uns Bilder ..
mehr 
Bilder des Tages
Bilder des Tages
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Hier ..
mehr 
Zebra-Geburt im Burgers Zoo
Zebra-Geburt im Burgers Zoo
Zebra-Geburt im Burgers Zoo
mehr 
In der US-Stadt Camden regiert Anarchie
In der US-Stadt Camden regiert Anarchie
In der US-Stadt Camden regiert Anarchie
mehr 
Daniela Schadt übernimmt die Unicef-Schirmherrschaft
Daniela Schadt übernimmt die Unicef-Schirmherrschaft
Daniela Schadt hat Bettina Wulff als neue ..
mehr 
Groß-Razzia gegen Hells in Angels in Norddeutschland
Groß-Razzia gegen Hells in Angels in Norddeutschland
Mit einem Großaufgebot sind Staatsanwaltschaft ..
mehr 
Kein Tunnel, aber Freibad für Bud Spencer
Kein Tunnel, aber Freibad für Bud Spencer
Schwäbisch Gmünd hat dagegen entschieden den ..
mehr 
Amok-Alarm: Polizei fasst Schüler auf Sportanlage
Amok-Alarm: Polizei fasst Schüler auf Sportanlage
Nach dem Schuss an einer Memminger Schule hat ..
mehr