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Mohamed und Elias
Mohamed: Verdächtiger verrät weitere Details zur Tat

Fotos: Polizei sucht Leiche von Elias
Fotos: Polizei sucht Leiche von Elias FOTO: dpa, jhe
Berlin. Spontan gestand der mutmaßliche Mörder des kleinen Mohamed bereits bei seiner Festnahme die Tat. Bei den Vernehmungen erfuhren die Kriminalpolizisten dann Details - und hörten noch ein weiteres Geständnis.

Der fürchterliche Verdacht bestätigt sich schnell. Schon nach der Festnahme eines Verdächtigen im Fall Mohamed am Donnerstag fragten sich Polizei und viele andere Menschen: Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden des kleinen Flüchtlingsjungen in Berlin und des sechsjährigen Elias in Potsdam? Am Freitag dann die Nachricht von Polizei und Staatsanwaltschaft: Der mutmaßliche Mörder von Mohamed hat in der Nacht gestanden, auch Elias umgebracht zu haben.

Am Nachmittag fand die Brandenburger Polizei auf einem Schrebergartengrundstück nahe Luckenwalde, das der Mann seit einem Jahr gepachtet hat, eine weitere Leiche. Der Verdächtige, der als Wachmann in Brandenburg arbeitete, hatte der Polizei eine Stelle skizziert, wo der tote Elias vergraben sei. Ob wirklich Elias gefunden wurde, sollte eine Obduktion klären. Das Ergebnis liegt wohl erst am Montag vor.

Mohamed musste sterben, weil er "quengelte"

Weitere Details sorgten für Erschütterung und Trauer. Der mutmaßliche Mörder sagte aus, er habe nur Kleidung und Plüschtiere für die Flüchtlinge vor der Anlaufstelle in Berlin-Moabit spenden wollen.
Angeblich wurde er dann in dem Menschengewimmel von Hunderten Flüchtlingen auf Mohamed aufmerksam und gab ihm ein Plüschtier. Der Junge sei dann hinter ihm hergelaufen und mit zum Auto gekommen, so die Aussage, die auch eine Schutzbehauptung sein kann.

Mohamed wurde nach Aussage des Täters noch am Abend und in der Nacht der Entführung vom 1. Oktober im Obergeschoss des Elternhauses in Kaltenborn in Südbrandenburg sexuell missbraucht. Dann habe des Kind "gequengelt und gemault" und weg gewollt, zitierte Oberstaatsanwalt Michael von Hagen die Aussagen des Täters. Aus Angst, entdeckt zu werden, erdrosselte der Mann den Jungen mit einem Gürtel.

Die Leiche deponierte er auf dem Dachboden in einer Wanne. Zwei bis drei Säcke Katzenstreu kippte er über den toten Körper, um Leichengeruch zu vermeiden.

Kein Zusammenhang mit Fall Inga

Zu der Entführung und dem Mord an Elias äußerte sich der 32-Jährige nach Angaben der Staatsanwälte bisher noch nicht so ausführlich. Er deutete demnach nur an, dass er auch Elias sehr schnell nach der Entführung getötet habe.

Einen Zusammenhang mit einem dritten Fall sahen die verschiedenen Kriminalpolizeibehörden zunächst nicht: Am 2. Mai verschwand die fünfjährige Inga in einem Wald bei Stendal in Sachsen-Anhalt. Bisher gebe es keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit den Entführungen der beiden Jungen, so die Ermittler.

In Berlin begann unterdessen eine Diskussion darüber, ob die Zustände vor der Anlaufstelle für Flüchtlinge im Stadtteil Moabit ihren Teil zum Tod von Mohamed beitrugen.

Der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg (TBB) sah die Landesregierung in der Verantwortung: "Der Berliner Senat trägt mit seiner unendlich verlangsamten Reaktion auf die seit Monaten bemängelten chaotischen Verhältnisse vor dem Lageso eine Mitschuld." Zuvor hatte die Grünen-Landesvorsitzende Bettina Jarasch dem "Tagesspiegel" gesagt, die chaotischen Zustände am Lageso hätten dem Täter eine Entführung leicht gemacht.

Winfried Wenzel vom Landeskriminalamt widersprach mit Blick auf den Täter: "Der Fall Elias zeigt, dass ein vollständig abweichendes Szenario auch für ihn geeignet war, eine solche Tat zu begehen."

(lsa/dpa)
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