Monatlich hebt sich Staufen um einen Zentimeter: Falscher Zement für Bodenhebung verantwortlich?
zuletzt aktualisiert: 12.11.2009 - 19:18Staufen (RPO). Der Einsatz von ungeeignetem Zement hat vermutlich zu den Bodenhebungen im südbadischen Staufen geführt. Die bei Erdwärmebohrungen im Jahr 2007 verwendeten Sonden seien offenbar falsch abgedichtet worden, sagte Bürgermeister Michael Benitz am Donnerstag in Staufen.
Dies habe eine Materialprüfung ergeben. Der von der Bohrfirma benutzte Zement sei entgegen den Auflagen des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau "vermutlich nicht sulfatbeständig" gewesen. Die Stadt prüfe, Klage gegen das Unternehmen zu erheben.
In der Altstadt hebt sich eine etwa 300 mal 300 Meter große Fläche seit rund zwei Jahren monatlich um einen Zentimeter. Als Ursache für die Bodenhebungen gelten die Bohrungen zur Erdwärmegewinnung unter dem Rathaus im September 2007. Benitz zufolge sind inzwischen 227 Häuser geschädigt. Das Stadtbauamtsgebäude, in dem mehrere Ämter und Dienste untergebracht sind, sei geräumt worden. Die Gemeinde habe mit einem Defizit von zwei Millionen Euro bereits ein "riesen Loch" in der Stadtkasse, klagte er. Von den zugesagten 2,5 Millionen Euro des Landes für Untersuchungen und Gegenmaßnahmen seien bisher 630 000 Euro überwiesen worden.
Staufen lege alle Hoffnungen auf die begonnene Absenkung des Grundwassers durch eine mittlerweile abgeschlossene Brunnenbohrung, sagte der Bürgermeister. Um die Erdquellungen unterhalb des Stadtkerns dauerhaft stoppen zu können, soll in der kommenden Woche außerdem mit der Abdichtung der Sonden-Bohrlöcher mit Spezialzement begonnen werden. Dafür seien fünf bis sechs Monate veranschlagt. Benitz rechnet dennoch damit, dass die Hebungen "noch eine Weile weitergehen", selbst wenn die beiden Maßnahmen "supererfolgreich" seien.
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