Exfreund eines Opfers festgenommen: Familiendrama auf Campingplatz in Coesfeld
zuletzt aktualisiert: 23.08.2009 - 15:01Coesfeld (RPO). Auf einem Campingplatz in Coesfeld hat die Polizei am Sonntagmorgen drei Tote gefunden. Bei der Tat handelt es sich vermutlich um ein Beziehungsdrama. Die Polizei hat inzwischen den Exfreund eines der Opfer, einen 33-jährigen Mann aus Köln festgenommen. Das sagte Martin Botzenhardt von der Staatsanwaltschaft Münster.
Der Mann wurde noch in der Nacht 500 Meter vom Tatort entfernt in seinem Auto festgenommen, die Polizei fand mehrere Waffen in dem Fahrzeug. Er sollte am Montag dem Haftrichter vorgeführt werden.
Bei den drei Opfern handelte es sich um seine 29-jährige Exfreundin und ihre Eltern, ein aus Gelsenkirchen stammendes 53 und 55 Jahre altes Ehepaar. Die Opfer hatten zahlreiche Stich- und Schnittverletzungen erlitten, wie Botzenhardt sagte. Das Motiv war noch unklar, die Polizei sprach von einem Streit über Unterhaltszahlungen für die gemeinsame 10 Monate alte Tochter. Das Kind überstand die Tat unverletzt.
Nachdem gegen 3 Uhr morgens ein telefonischer Hilferuf bei der Polizei eingegangen war, fanden die Beamten auf dem Campingplatz Lönsquelle drei tote Personen. Dabei handelt es sich um zwei Frauen und einem Mann, wie ein Polizeisprecher unserer Redaktion mitteilte. Unbestätigten Quellen zufolgen soll es sich um ein älteres Ehepaar und dessen erwachsene Tochter handeln.
Ein einjähriges Baby soll Medienberichten zufolge ebenfalls im Wohnwagen gewesen sein. Das Baby soll n ach Angaben der Staatsanwaltschaft unverletzt sein und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Ein Polizeisprecher wollte dies mit Verweis auf die für 14 Uhr anberaumte Pressekonferenz nicht kommentieren.
Die Polizei nahm in der Nähe des Campingplatzes zudem einen Mann fest, wollte aber noch nicht von einem Tatverdächtigen sprechen. Der Mann werde derzeit noch verhört, erklärte der Sprecher am Vormittag.
Die Leichen wurden nach Polizeiangaben in einem holzverkleideten Wohnwagen beziehungsweise einer Holzhütte entdeckt. Derzeit befänden sich die Toten noch in den Räumen. Die Leichen sollen zunächst vor Ort untersucht und dann im Laufe des Tages in die Gerichtsmedizin Münster gebracht werden, erklärte der Sprecher.
Offenbar hatten Zeugen in der Nacht zum Sonntag Lärm gehört, der möglicherweise von angetrunkenen Jugendlichen stammte. Anschließend habe eine Frau mehrfach laut geschrien, sagte eine Camperin dem WDR. Den Angaben zufolge gibt es auf dem Campingplatz rund 200 Wohneinheiten.
Noch unklar ist, was sich auf dem Campingplatz genau ereignete. Zunächst wurden Zeugen befragt, die Spurensicherung auf dem Campingplatz ist derzeit im Einsatz. Angeblich hatte sich der Ehemann der toten Frau während der Schwangerschaft von seiner Gattin getrennt. Nach Medienangaben lebte die Frau mit ihrem Baby und ihren Eltern seit einigen Monaten auf dem Campingplatz. Die Eltern stammen aus Gelsenkirchen und hielten sich als Dauercamper auf dem Campingplatz auf.
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