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Deutschland
Fast zehntausend Menschen werden aktuell vermisst

Fast zehntausend Menschen werden aktuell in Deutschland vermisst
Polizisten durchsuchen im Sommer 2015 ein Waldstück in Wilhelmsdorf bei Stendal(Sachsen-Anhalt)nach der kleinen Inga. FOTO: dpa, fux lof vfd
Wiesbaden. Während viele Menschen in Deutschland gerade Weihnachten mit ihrer Familie gefeiert haben, müssen manche auch in diesen Tagen um vermisste Angehörige bangen. Das Bundeskriminalamt (BKA) sucht innerhalb Deutschlands nach rund 9780 Menschen.

Knapp zwei Drittel von ihnen sind männlich. Das geht aus der Vermisstendatenbank des BKA in Wiesbaden hervor. Die Zahlen sind vom 1. Oktober - an diesem Tag wurde die Datenbank zuletzt ausgewertet. Täglich löschen die Beamten zwischen 250 und 300 Fahndungen. Etwa genauso viele werden neu hinzugefügt. Insgesamt werden in der Datenbank beim BKA 11.711 Menschen geführt. Darunter sind auch Deutsche, die im Ausland verschwunden sind.

Am Stichtag im Oktober wurden in Deutschland 879 Kinder bis 13 Jahre vermisst. Unter den Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren waren es 5171. Minderjährige gelten als vermisst, wenn sie ihr gewohntes Umfeld verlassen haben und ihre Eltern nicht wissen, wo sie sind. In den vergangenen Jahren wurden nahezu alle dieser Fälle aufgeklärt. Offen bleibt nur ein kleiner Teil, beispielsweise Fälle von Kindesentziehungen durch ein Elternteil.

Auch von den Fällen vermisster Erwachsener erledigen sich nach Angaben des BKA erfahrungsgemäß die Hälfte innerhalb einer Woche. Binnen eines Monats kann die Polizei rund 80 Prozent aufklären. Viele Menschen tauchen einfach wieder auf. Nur rund drei Prozent bleiben länger als ein Jahr verschwunden. Ihre Namen führt das BKA für 30 Jahre in der seit 1992 bestehenden Datenbank.

Vermisste Menschen können auch für tot erklärt werden. Diese Erklärung ist in Deutschland nach dem Verschollenheitsgesetz für Angehörige etwa erforderlich, um eine Lebensversicherung ausbezahlt zu bekommen oder ein Erbe antreten zu können. Laut Gesetz kann ein Vermisster nach zehn Jahren für tot erklärt werden. Kürzer ist die Frist, wenn jemand nach Gefahrensituationen verschollen ist.

Manche Schicksale verschwundener Kinder bleiben allerdings ungeklärt:

Am 2. Mai 2015 verschwand die fünfjährige Inga aus einem Wald bei Stendal. Trotz zahlreicher Hinweise gibt es noch keine heiße Spur. Die Ermittler fahnden europaweit.

Seit Januar 1999 wird die zehnjährige Hilal aus Hamburg vermisst. Bis heute fehlt von dem Mädchen jede Spur. Auch im Fernsehen wurde mehrfach gefahndet - bisher ohne Erfolg.

1996 verließ die damals achtjährige Debbie aus einem Vorort von Düsseldorf die Schule und ist seitdem wie vom Erdboden verschluckt. Die Fahnder durchkämmten unter anderem Stau- und Baggerseen. Auch die Fahndung im Internet blieb bis heute vergeblich.

Fast 19 Jahre nach dem Verschwinden der elfjährigen Seike aus Nordfriesland ging die Polizei Anfang 2012 einer neuen Spur nach und durchsuchte ein Waldstück - vergeblich.

Initiative vermisste Kinder

 

 

 

(felt/dpa)
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