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panorama Fortsetzung Prozess gegen "Sauerland-Gruppe"
  Foto: ddp, ddp
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Kein Funkkontakt: Fehler bei Festnahme der "Sauerland-Gruppe"

zuletzt aktualisiert: 10.11.2009 - 14:35

Düsseldorf (RPO). Bei der Festnahme der terroristischen "Sauerland-Gruppe" im Herbst 2007 hatten die beteiligten Polizisten offenbar mit erheblichen Problemen zu kämpfen. So gelang es einem der Angeklagten, einem Polizisten bei der Flucht die Dienstwaffe zu entwenden.

Eine Polizistin, die mit ihrem Kollegen den flüchtenden Angeklagten Daniel S. gestellt hatte, sagte am Dienstag im Prozess gegen die Gruppe vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf, sie habe per Funk versucht, Verstärkung anzufordern. Der Funkkontakt habe aber nicht funktioniert.

Als der Kollege Daniel S. zu Boden gebracht hatte, gelang es diesem, die Dienstwaffe des Polizisten an sich zu bringen. Die hinzugeeilte Beamtin versuchte nach eigenen Angaben, Daniel S. mit einem Griff in die Augen außer Gefecht zu setzen. Dies sei aber nicht gelungen.

Daraufhin habe sie vier bis fünfmal "so laut wie möglich" nach dem in ihrer Nähe eingesetzten weiteren Polizeiteam geschrien. Mit Hilfe der Kollegen sei es dann gelungen, Daniel S. zu überwältigen.

Beamten hatten Probleme bei Abstimmung

Nach Angaben der 29-Jährigen sollten sie und ihr Kollege eigentlich nur den weiter entfernten Umkreis des Ferienhauses für den Fall absichern, "dass es bei der Festnahme Probleme gibt". Daher seien sie beide völlig überrascht gewesen, als Daniel S. plötzlich an ihnen vorbeilief.

"Aufgrund von Kommunikationsfehlern hatten wir nicht mitbekommen, dass jemand geflüchtet war", sagte die Beamtin. Daniel S. hatte in der Verhandlung ausgesagt, dass er bei seiner Flucht direkt vor dem Haus einen völlig perplexen Beamten passiert hatte.

Unklar ist nach wie vor, ob Daniel S. im Gerangel mit dem Polizisten mit der Waffe zweimal vorsätzlich versuchte, auf den Beamten zu schießen oder ob sich nur ein Schuss zufällig löste, wie Daniel S. behauptet.

Die vier im "Sauerland-Prozess" angeklagten Männer im Alter von 24 bis 30 Jahren sollen im Namen der Terrororganisation Islamische Dschihad-Union (IJU) Sprengstoffanschläge in Deutschland geplant haben.

Laut Anklage hatten sie zwölf Fässer mit Wasserstoffperoxid beschafft und in dem Ferienhaus damit begonnen, daraus Sprengstoff herzustellen.

Quelle: DDP/top

 
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