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Zwei Verdächtige in Haft: Festnahmen im Heilbronner Polizistenmord

zuletzt aktualisiert: 16.06.2007 - 17:14

Heilbronn (RPO). Die österreichische Polizei hat zwei Männer festgenommen, die wahrscheinlich in Verbindung zu dem Polizisten-Mord in Heilbronn stehen. Nach den Angaben der Behörden handelt es sich um einen Serben und einen Polen. Sie sollen Kontakt zu der Hauptverdächtigen haben, deren DNA-Spuren am Polizeiauto in Heilbronn gefunden wurden.

Sieben Wochen nach der Ermordung einer Polizistin in Heilbronn verfolgen die Ermittler damit eine weitere heiße Spur. Die DNA-Spur am Polizeiauto führt zu einer noch nicht identifizierten zweifachen Mörderin. Diese hat 1993 eine Rentnerin in Idar-Oberstein und 2003 einen Rentner in Freiburg erdrosselt und zahlreiche Spuren bei Einbrüchen in Deutschland und Österreich hinterlassen. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Samstag in Heilbronn mit.

Die Sonderkommission "Parkplatz" hofft, dass die DNA-Spur den Durchbruch zur Aufklärung des Verbrechens bedeutet. Sie geht weiter davon aus, dass mindestens zwei Täter am 25. April auf der Theresienwiese in Heilbronn auf die Polizisten der Bereitschaftspolizei Böblingen geschossen haben. Die 22-jährige Beamtin und ihr 24-jähriger Kollege wurden mit Kopfschüssen niedergestreckt. Die Polizistin starb, ihr Kollege fiel ins Koma, aus dem er erst vor wenigen Tagen ohne Erinnerung an die Tat erwachte. Die Täter flüchteten mit den beiden Dienstwaffen der Polizisten und einer Handschelle.

Anfang Juni isolierten Spezialisten die entscheidende DNA-Spur am Streifenwagen. Diese wurde europaweit in Polizeidateien abgeglichen. Der Leitende Oberstaatsanwalt Volker Link sagte, sie stamme mit 99-prozentiger Sicherheit von einer Frau. Die Verdächtige sei vermutlich zumindest zeitweise in der Drogen- und Obdachlosenszene gewesen.

Ihre DNA-Spur fand sich in zwei ungeklärten Mordfällen: 1993 wurde eine 62-jährige Rentnerin in ihrer Wohnung in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) erdrosselt - nach Informationen der "Bild"-Zeitung mit einem Blumenbindedraht. Am 26. März 2001 wurde ein 61-jähriger Mann in seiner Wohnung in Freiburg erdrosselt und beraubt.

Außerdem hinterließ die Frau ihre DNA-Spur in 21 anderen Fällen - vor allem bei Einbrüchen und Autodiebstählen in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg sowie in Österreich. Das Tatmuster passt zur Beschaffungskriminalität Drogenabhängiger.

Zahlreiche DNA-Spuren

Die in Österreich festgenommenen zwei Männer, ein Serbe und ein Pole, kommen nach Angaben des Landeskriminalamts Oberösterreich auch für die Raubmorde in Idar-Oberstein und Freiburg in Frage. Die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete unter Berufung auf das LKA, dass ihre genetischen Fingerabdrücke bei zwei Raubmorden in Deutschland im Jahr 1993 und 2001 gesichert wurden.

Die Männer standen demnach in Kontakt zu der im Heilbronner Fall gesuchten Frau. Sie hätten bisher keinerlei Aussage gemacht. DNA-Spuren der Männer wurden außerdem von 2005 bis Anfang März 2007 an zwölf Tatorten in Oberösterreich und bereits 2004 in Tirol sichergestellt. Zudem soll eine Vielzahl an Einbrüchen und Überfällen auf ihr Konto gehen. Außerdem wurden nach Angaben des Leiters des LKA, Rudolf Keplinger, auch in Frankreich DNA-Spuren der beiden Verdächtigen sichergestellt. Die Ermittler gehen von Mittätern und damit einer ganzen Bande aus.

Zur Aufklärung des Verbrechens in Heilbronn wurde eine Belohnung in Höhe von 100.000 Euro ausgesetzt. Ende Mai hatten die Ermittler bekannt gegeben, dass die 22-jährige Polizistin im vergangenen Jahr zur Überführung eines Dealerpärchens zwei Mal als Drogenkäuferin in Zivil eingesetzt worden war. Es bestehe aber kein Zusammenhang zwischen ihrer Ermordung und dem damaligen Einsatz. Zuvor hatte es Berichte gegeben, dass sich die Anzeichen dafür mehrten, dass die Täter aus dem Drogenmilieu stammten und die Polizistin gezielt als Opfer wählten.

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Quelle: afp

 
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