| 16.35 Uhr

Unfall-Gaffer auf A3 bespritzt
Feuerwehrmann droht jetzt Ermittlungsverfahren

Weibersbrunn. Nach einem tödlichen Unfall in Bayern auf der A3 hat ein Feuerwehrmann die Autos von Unfall-Gaffern mit Wasser bespritzt. In den sozialen Medien erntete der Mann dafür viel Beifall. Im wahren Leben droht ihm nun ein Ermittlungsverfahren.

Am Donnerstag wollte der Feuerwehrmann verhindern, dass aus vorbeifahrenden Autos gefilmt wurde, wie die Rettungskräfte die Leichen von drei Unfallopfern bergen und abtransportieren. Der Feuerwehrmann griff zu einem Wasserschlauch und bespritzte die Autos. Ungefähr zehn Fahrzeuge – darunter auch Lastwagen – sollen etwas abbekommen haben. 

Jetzt droht dem Mann ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Wie der Würzburger Rechtsanwalt Hans-Erich Jordan der Zeitung "Main-Post" sagte, handelt es sich dabei um ein sogenanntes Offizialdelikt. Dies bedeute, dass die Staatsanwaltschaft ermitteln muss, auch wenn keine Anzeige vorliegt.

Aber auch bei den Kollegen ist das Vorgehen des Feuermanns umstritten. "Da ist ihm der Kamm geschwollen. Im Nachhinein ist allen klar, dass das nicht korrekt war", sagte Thomas Rollmann, Kreisbrandmeister und Pressesprecher der Feuerwehr Aschaffenburg, ebenfalls der "Main-Post". "Er war in dem Augenblick einfach emotional, die Konsequenzen waren ihm nicht bewusst", sagte Rollmann weiter.

Ob und wie hoch der Feuerwehrmann bestraft wird, ist offen. Anwalt Jordan hofft auf eine "sehr maßvolle Entscheidung".

(csi)
 
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