| 19.27 Uhr
Massenevakuierung
Fliegerbombe in Hannover gesprengt
Fliegerbombe in Hannover gesprengt
Fliegerbombe in Hannover gesprengt FOTO: dpa, Julian Stratenschulte
Hannover. 25.000 Menschen mussten wegen des Einsatzes ihre Häuser in Hannover verlassen. Am Nachmittag wurde die britische Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg am Sonntag wie geplant gesprengt. Zwei leichtsinnige Anwohner behinderten kurzzeitig den Erfolg der Aktion.

Aufatmen in Hannover: Die britische Fliegerbombe wurde am Sonntag kontrolliert gesprengt. Menschen wurden dabei nicht verletzt, wie ein Feuerwehrsprecher auf dapd-Anfrage sagte. Rund 25.000 Anwohner hatten am Morgen ihre Wohnungen und Häuser verlassen müssen. Der Blindgänger konnte erst mit fast 90-minütiger Verspätung zerstört werden, weil zwei Anwohner die Sprengung behinderten.

Erst kurz vor der Detonation waren die Personen entdeckt und von der Polizei aus dem Gefahrenbereich gebracht worden. "Sie haben sehr leichtsinnig gehandelt", sagte ein Feuerwehrsprecher.

Es handelte sich um eine der aufwendigsten Bombenräumungen der Hannoveraner Stadtgeschichte. Die tausenden Anwohner, die sich in Sicherheit gebracht hatten, konnten kurz nach der Detonation wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Im Einsatz waren insgesamt 1.200 Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst. Geringer Sachschaden entstand an einem viergeschossigen Mehrfamilienhaus, das sich in unmittelbarer Nähe des Ortes der Sprengung befindet.

Zuvor waren erhebliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, um größere Schäden zu vermeiden. Unter anderem wurden Sandsäcke aufgeschichtet.

Seit dem Morgen hatte sich die niedersächsische Landeshauptstadt auf den lauten Knall vorbereitet. Einer der beiden verdächtigen Funde im Stadtgebiet hatte sich am Mittag als zum Teil noch aktiver Blindgänger entpuppt. "Es handelt sich um eine britische Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg", sagte ein Feuerwehrsprecher.

Keine Entschärfung möglich

Wegen eines intakten Säurezünders konnte die Bombe von den Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes nicht entschärft werden, sondern musste vor Ort gesprengt werden. Ursprünglich sollte die Sprengung gegen 16.00 Uhr erfolgen, musste aufgrund der im Sperrgebiet entdeckten Anwohner aber zweimal um insgesamt eineinhalb Stunden verschoben werden.

Dank der Mitwirkung eines Großteils der Bevölkerung sei die Evakuierung zunächst zügig über die Bühne gegangen, sagte der Feuerwehrsprecher. Am Mittag waren alle Häuser in der Evakuierungszone geräumt. Betroffen waren Bewohner der Stadtteile Vahrenheide und Sahlkamp, die im Umkreis von 1.000 Metern um die Fundorte wohnen.

Anschließend konnte der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit der Untersuchung und Entschärfung der verdächtigen Funde beginnen.
Vermutet wurden zunächst zwei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg.
Einer der Funde entpuppte sich aber als harmloser Metallrest einer Bombe.

Auch mehrere Gewerbebetriebe sowie Alten- und Pflegeheime waren von der Evakuierung betroffen. In einer als Notunterkunft umfunktionierten Schule wurden zwischenzeitlich 425 Menschen betreut.

Quelle: dapd/csr/pst/jre
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung.
Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.


Melden Sie diesen Kommentar