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Tier wird nicht erschossen
Florian Mehnert bricht das Rattenexperiment "11 Tage" ab

Düsseldorf. Über Tage hinweg sorgte ein Projekt des Künstlers Florian Mehnert in Deutschland für Wirbel und heiße Diskussionen. Im Rahmen einer Installation sollte am Ende eines Experimentes eine Ratte sterben. Mehnert hat das Projekt nun vorzeitig abgebrochen.

Elf Tage sollte eine Laborratte über eine Webcam überwacht werden. Dann, am 24. März, sollte sie zum Abschuss freigegeben werden. Jeder Zuschauer hätte das Tier mit einem Mausklick erschießen können. Mit diesem Experiment wollte der Künstler auf das Töten von Menschen durch Drohnen aufmerksam machen.

Auf der Webseite steht nun "Game over" und "Das Kunstexperiment '11 Tage' hat erfolgreich sein Ziel erreicht und wurde am 17. März 2015 um 19:00 Uhr beendet. Die Ratte lebt und hat die Installation verlassen."

Aufmerksamkeit ist ihm in der Tat zuteil geworden - wohl mehr als ihm lieb gewesen sein dürfte. Hunderte Droh-Mails, zum Teil mit Morddrohungen garniert, erreichten den Künstler. Viele warfen ihm unter anderem Tierquälerei vor. Außerdem fanden sich 6000 Unterschriften für die Petition "Stoppen Sie das Rattenexperiment!" ein. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte er: "Die Aktion hat heftige Diskussionen erzeugt. Ich wollte eine Kontroverse auslösen. Über die starke Emotionalisierung hat das perfekt funktioniert." Aber zu keinem Zeitpunkt habe er geplant, die Ratte wirklich zum Abschuss freizugeben. "Ich lasse doch keine Ratte abknallen."

Das Ratten-Projekt ist nicht die erste Aktion Mehnerts, mit der er kritisch auf Kriegsmethoden aufmerksam machen will. Bereits 2013 hatte sich der Künstler mit dem Projekt "Waldprotokolle" dem NSA-Abhörskandal gewidmet. Er platzierte damals ein Mikrofon inmitten eines Waldes und veröffentlichte danach 21 kurze O-Töne im Netz. Zu hören waren Gespräche von Passanten, die im Wald spazieren gingen. Auch 2014 sorgte der Künstler für Aufsehen. In einem Videoprojekt zeigte er damals Filmszenen gehackter Handys. Damals kündigte er an: "Wir werden sehen, wie ich weiter an der Thematik der Massenüberwachung arbeiten werde". 

 

 

 
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