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Bundesamt für Migration
Es stapeln sich 300.000 unerledigte Asylanträge

Flüchtlinge: Beim Bundesamt für Migration stapeln sich 300.000 unerledigte Asylanträge
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge kommt bei der Bearbeitung der Asylanträge weiter nicht hinterher. FOTO: dpa, wok bwu pil
Berlin. Der Berg an unerledigten Asylanträgen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ist auf gut 300.000 angewachsen. Im September baten etwa 43.000 Menschen um Asyl in Deutschland.

Das geht aus den neuesten Asyl-Zahlen hervor, die das Bundesinnenministerium am Mittwoch veröffentlichte. In den ersten neun Monaten des Jahres wurden insgesamt 303.443 Asylanträge gestellt - vor allem von Menschen aus Syrien, Albanien, Kosovo, Serbien, Irak und Afghanistan.

Da das Bundesamt bei den Asylverfahren kaum noch hinterherkommt, warten Flüchtlinge zum Teil aber wochenlang auf ihre Antragstellung. Die Zahl der Flüchtlinge, die im vergangenen Monat nach Deutschland einreisten und hier registriert wurden, war erheblich höher: Im September wurden laut Innenressort 164.000 Zugänge von Asylsuchenden erfasst. Von Anfang Januar bis Ende September waren es etwa 577.000.

Fotos: Flucht zu Fuß von Budapest nach Österreich FOTO: dpa, ase

Der Bund erwartet nach offizieller Prognose bis zum Jahresende insgesamt 800.000 Asylbewerber. Viele Politiker halten diese Schätzung für viel zu niedrig. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur, vorerst werde er keine neue Prognose vorlegen. Jede Vorhersage führe zu Unruhe und zum Teil auch zu Missverständnissen bei Flüchtlingen im Ausland.

Auf die Frage, ob er die Veröffentlichung der jüngsten Prognose deshalb bereue, sagte de Maizière: "Nein, ich bereue das nicht. Das war auch notwendig, um die Dramatik der Situation deutlich zu machen.
Das war ein Weckruf an alle Beteiligten." Allerdings hält sich de Maizière offen, ob er die Prognose in den nächsten Monaten doch noch nach oben korrigiert. "Wir fahren auf Sicht", betonte er.

(dpa)