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Flüchtlinge in Niederbayern
Notquartiere sind "proppenvoll"

Passau - täglich bis zu 10.000 Flüchtlinge
Passau - täglich bis zu 10.000 Flüchtlinge FOTO: ap
Passau . Die Notquartiere für Flüchtlinge in Niederbayern sind nach Angaben der Bundespolizei derzeit "proppenvoll". Am Mittwoch und in der Nacht zu Donnerstag habe es erneut einen so starken Andrang gegeben, dass inzwischen "alle zur Verfügung stehenden Unterkünfte komplett voll" sind.

Das sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Passau am Donnerstagmorgen. Insgesamt seien gut 6000 Menschen gekommen, alleine in Wegscheid und dem Grenzübergang Achleiten-Passau waren es knapp 5000 Migranten. Vor allem in den frühen Abendstunden hatte die Zahl der Busse, die die Flüchtlinge aus Österreich an die Grenze transportierten, noch einmal zugenommen. Viele Flüchtlinge hätten wegen des Staus an den Grenzen mehrere Stunden im Freien bei nächtlicher Kälte verbringen müssen.

"Bis zum Mittag ist das alles kein Problem. Aber am späten Nachmittag geht es Schlag auf Schlag. Dabei sind die österreichischen Kollegen genauso überfordert wie wir", sagte der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Freyung, Thomas Schweikl.

Fotos: An der Grenze zwischen Österreich und Deutschland FOTO: dpa, awe htf

Stundenlang hatte der Großteil der Flüchtlinge bei Dunkelheit, Feuchtigkeit und Kälte auf den Weitertransport nach Deutschland warten müssen. Das Hauptproblem ist mittlerweile die zu geringe Zahl von Bussen, die die Menschen von der Grenze in die Notquartiere nach Deutschland bringen.

Um die Menschen bei Wegscheid nicht zu lange warten zu lassen, hatte die Einsatzleitung am späten Abend zunächst geplant, etwa 300 Flüchtlinge drei Kilometer zu Fuß zu einer Unterkunft zu führen. Ein Unternehmer hatte kurzfristig eine Werkstatthalle leergeräumt und zur Verfügung gestellt. Wegen der schlecht beleuchteten Bundesstraße, auf der die Migranten hätten gehen müssen, wurden die Flüchtlinge schließlich per Bus zur Halle gebracht.

Die Bundespolizei will nun versuchen, die Quartiere im Laufe des Donnerstag so weit wie möglich wieder zu leeren, um wieder Platz für Neuankömmlinge zu schaffen. Eine Prognose zu den Ankunftszahlen für Donnerstag hat die Polizei bisher noch nicht vorliegen.

 

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(lsa/AFP/dpa)