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Hass gegen Flüchtlinge
Ein Jahr Gefängnis für Droh-Mails an Flüchtlingshelfer

Berlin. Weil er Flüchtlingshelfern gedroht und gegen sie gehetzt hat, muss ein 39-Jähriger für ein Jahr ins Gefängnis. Der Angeklagte habe aus Hass gegen Flüchtlinge die Berliner Initiative "Hellersdorf hilft" in mehreren E-Mails bedroht, begründete ein Amtsgericht am Donnerstag das Urteil. "Es war eine schändliche Tat."

Der vielfach Vorbestrafte sei der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung schwerer Straftaten schuldig. Der 39-Jährige hatte zuvor gestanden und erklärt, sein Verhalten tue ihm leid.

Angeklagter war schon mehrfach aufgefallen

Der arbeitslose Angeklagte war bereits mehrfach aufgefallen. Im Mai 2014 etwa musste eine Geburtstagsfeier von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) im Taunus nach einer Bombendrohung des Mannes verlegt werden. Die Verteidigerin erklärte, ihr Mandant habe nach dem Konsum von Alkohol immer wieder "eigenartige Impulse".

Der 39-Jährige mit mehr als 15 Vorstrafen hatte erklärt, er habe kein Hassgefühl gegen Flüchtlinge. Er lebe derzeit in einem Hostel mit Ausländern in der Nachbarschaft. Sie hätten ein gutes Verhältnis. Als er die E-Mails an die Initiative schrieb, sei er angetrunken gewesen.
"Ein paar Hirnzellen haben sich ausgeklinkt." Kurz danach habe er sich als Täter bei der Polizei gemeldet. "Ich wollte mich entlasten."

(dpa)
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