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Nach Beinahe-Crash in Hamburg: Flugsicherheitsbehörde nimmt Ermittlungen auf

zuletzt aktualisiert: 03.03.2008 - 16:36

Hamburg (RPO). Nach dem Beinahe-Crash einer Lufthansa-Maschine auf dem Hamburger Flughafen hat sich nun die Flugsicherheitsbehörde eingeschaltet. Die Maschine mit 131 Passagieren war während des Orkantiefs "Emma" am Samstag nur knapp einem Unglück entgangen.

Das aus München kommende Flugzeug war beim Landeanflug kurz vor dem Aufsetzen von einer Böe erfasst worden und mit einer Tragfläche über die Piste geschrammt. Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber sagte am Montag: "Das war eine brenzlige Situation." Dank eines hervorragenden Manövers der Piloten sei die Maschine abgefangen worden und in einem zweiten Anlauf auf einer anderen Bahn sicher gelandet. Die Passagiere blieben unverletzt.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat zwei Tage nach dem Unfall die Ermittlungen aufgenommen. Es werde geprüft, warum der Flugbetrieb auf dem Airport der Stadt bis zum Zeitpunkt des Unfalls auf der Landebahn 2-3 und nicht auf der günstigeren Bahn 3-3 abgewickelt worden sei, sagte BFU-Experte Lothar Müller. Über die Bahn 2-3 seien zum Zeitpunkt des Anflugversuchs Sturmböen gefegt.

Die Vereinigung Cockpit (VC) warf ebenfalls die Frage auf, warum bei dem starken Wind die Landebahn 2-3 in Benutzung gewesen sei. VC-Vizepräsident Niels Stüben sagte am Montag auf AP-Anfrage, auf der zweiten Bahn 3-3 sei die Landung der Lufthansa-Maschine am Samstag später ja problemlos gelungen.

Der Airbus A320 war bei Tempo 250 ins Schlingern geraten, vom Sturm zur Seite gerissen worden und hatte mit einer Tragfläche leicht den Boden der Landebahn berührt, wie Weber sagte. Den Piloten um Kapitän Oliver A. sei es aber gelungen, mit einem "absolut professionellen Manöver" das Flugzeug zu stabilisieren und durchzustarten. Wenig später sei die Maschine sicher gelandet, die Passagiere seien mit dem Schrecken davongekommen.

Einige von ihnen mussten den Angaben zufolge allerdings psychologisch betreut werden. Es habe auch Tränen gegeben. "Die Leute wurden ja auch ordentlich durchgeschüttelt." Dass eine Tragfläche den Boden berühre, sei eine sehr besondere Situation, sagte Weber. Die Piloten hätten jedoch hervorragend reagiert. Laut Weber gab es mehrere Durchstarts in Hamburg zu der Zeit des Unfalls.

Der Pilot Oliver A. sagte laut Weber: "Der Anflug war sehr anspruchsvoll." Nachdem die Böe das Flugzeug erfasst habe, sei sofort das Durchstarten eingeleitet worden, ein Verfahren, das in der Ausbildung oft trainiert werde: "Dadurch konnten wir Herr der Lage bleiben." Der Pilot und die Maschine sind bereits wieder im Dienst.

Flugsicherung sieht keine Fehler der Piloten

Nachrichtensender und Online-Portale zeigten am Montag eine Filmaufnahme des Unfalls. Dort ist zu sehen, wie die Maschine mitten im Sturm auf der hell erleuchteten Landebahn zur Landung ansetzt und durch heftige Windstöße ins Schlingern gerät.

Die Deutsche Flugsicherung sieht keine Fehler von Pilot oder Tower: "Ich will den Untersuchungsergebnissen nicht vorgreifen, aber beim ersten Hinsehen ist niemandem etwas vorzuwerfen", sagte DFS-Sprecher Axel Raab der AP. Dass die Lufthansa-Maschine beim Landeanflug von einer derart heftigen Böe erfasst worden sei, nannte Raab einen "unglücklichen Umstand".

Auch dem Tower sei kein Vorwurf zu machen: "Der Fluglotse darf dem Piloten die Landung nicht verweigern, auch bei starkem Wind nicht." Die Entscheidung über die Landung treffe immer der Pilot. Dieser sei zu jedem Zeitpunkt darüber informiert gewesen sei, dass über den Hamburger Flughafen gerade ein Orkan hinwegfegte.

Quelle: ap

 
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