Nach Taliban-Video: Flugverbot über dem Oktoberfest
zuletzt aktualisiert: 27.09.2009 - 13:29Berlin/München (RPO). Nach den neuesten Terrordrohungen der Taliban ist nun aus Sicherheitsgründen ein Überflugverbot für das Münchner Oktoberfest erlassen worden. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann erklärte am Wochenende: "Eine Flugverbotszone erscheint uns aufgrund der aktuellen Sicherheitslage für geboten."
Laut Bundesverkehrsministerium gilt das Überflugverbot bis zum Ende des Oktoberfests am kommenden Sonntag.
Auslöser für das Flugverbot über dem traditionsreichen Volksfest war offenbar ein größeres Werbeflugzeug. Es war bereits am Donnerstag über München gekreist und hatte zur Beunruhigung der Wiesn-Besuchern geführt. In den vergangenen Tagen hatten die Terrororganisation Al-Kaida und zuletzt auch die Taliban mit Vergeltungsschlägen in Europa und vor allem in Deutschland gedroht.
"Versuch der Einflussnahme auf die Wahlen"
Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Konrad Freiberg, rief die Bevölkerung zur Aufmerksamkeit auf. Im Deutschlandradio Kultur sagte er, die Menschen sollten sich keine Angst machen lassen. Die Terroristen "dürfen ihre Ziele nicht erreichen, auch durch Drohungen nicht".
Der GdP-Chef erklärte, in Deutschland bestehe eine Terrorgefahr. "Das wissen wir alle, und natürlich muss man auch damit rechnen, dass wir nicht verschont werden." Die Sicherheitsbehörden täten jedoch "alles, was menschenmöglich ist".
Auch der SPD-Innenexperte Thomas Oppermann rief zur Aufmerksamkeit auf und sprach von einer "erhöhten Gefahrenlage". Der "Welt am Sonntag" sagte Oppermann, er könne keine neue Qualität in den Terrordrohungen erkennen. "Aber es wird offenkundig versucht, Einfluss auf die Wahlen zu nehmen."
Fotos vom Brandenburger Tor und Kölner Dom
Am Freitag war zunächst eine Botschaft von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden bekanntgeworden, in der er Europäern wegen ihres Engagements in Afghanistan mit Vergeltung droht. In dem Film, in dem nur ein Foto bin Ladens abgebildet ist, heißt es, wegen ihrer Allianz mit den USA trügen die Europäer eine Mitschuld an den tödlichen Luftangriffen der NATO auf Zivilpersonen in Afghanistan. Die Europäer müssten sich aus dem Land zurückziehen.
Außerdem tauchte ein Video der Taliban auf, in dem mit Anschlägen in Deutschland gedroht wird. Der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Stefan Paris, sagte, es sei weiter von einer abstrakten und nicht von einer konkreten Terrorgefahr auszugehen. Der Film der Taliban sei in deutscher Sprache gehalten. Es gebe eine abstrakte Bedrohung Deutschlands sowie Rekrutierungs- und Radikalisierungsbotschaften. "Wir nehmen das Video sehr ernst", erklärte Paris.
In dem Taliban-Video sagt laut "Spiegel Online" ein Kämpfer namens "Ajjub": "Erst durch euren Einsatz hier gegen den Islam wird ein Angriff auf Deutschland für uns Mudschahedin verlockend." Dazu würden Fotos vom Brandenburger Tor, dem Hauptbahnhof in Hamburg, dem Oktoberfest, dem Kölner Dom und der Frankfurter Skyline eingeblendet. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und Verteidigungsminister Franz- Josef Jung würden ebenfalls gezeigt.
Zuvor war zudem ein weiteres Al-Kaida-Video des Bonner Terroristen Bekkay Harrach bekanntgeworden. Es war seine dritte Terrordrohung innerhalb von sieben Tagen.
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