| 17.30 Uhr

Altdeutsche Stickereien
Netz empört sich über sächsischen Polizeipanzerwagen

Frakturschrift: Sachsens neue Panzer in der Kritik
Bewaffnete Polizisten des SEK stehen während der Präsentation des neuen Panzerwagens "Survivor R" in Leipzig. FOTO: dpa, hsc exa
Berlin. "Survivor R" heißt das neue Polizeifahrzeug der sächsischen Polizei, über das in den sozialen Netzwerken diskutiert wird. Grund dafür sind Stickereien auf den Sitzen. Das Innenministerium wehrt sich gegen Kritiker.

Die sächsische Polizei steht wegen ihrer beiden neuen Panzerfahrzeuge in der Kritik. Auf der Nachrichtenplattform Twitter hatten Nutzer Fotos aus dem Fahrzeug-Inneren geteilt: "Spezialeinsatzkommando" ist in altdeutscher Schrift auf die Sitze gestickt. Darunter ein Logo, das für die Tätigkeit der Sondereinsatzkräfte steht, aber eher an ein nationalsozialistisches Symbol erinnert. 

"Hübsches Logo! Fast wie früher...", schreibt ein Nutzer bei Twitter. "Frage mich, wer sich sowas ausdenkt im Freistaat Sachsen?" Ein anderer Nutzer fragt: "Hätte nicht gereicht 'Polizei Sachsen' in einer zeitgemäßen Schrift?" 

Auf die Kritik reagierte das sächsische Innenministerium ebenfalls bei Twitter. Der Hersteller Rheinmetall habe das Fahrzeug eben so geliefert. "Auch wenn die vom Hersteller gewählte Schriftart nicht dem Markenhandbuch entspricht: Darin ein Indiz für rechte Attitüde zu sehen, weisen wir entschieden zurück", heißt es auf dem offiziellen Account. 

Doch mit dieser Reaktion konnten die Behörden das Netz nicht beruhigen. Im Gegenteil. Sie heizte die Diskussion weiter an. Wenn die Schrift nicht dem Handbuch entspreche, müsse das Fahrzeug reklamiert werden, fordern einige Stimmen. "In der Industrie werden nicht gelieferte Dinge reklamiert und der Fehler korrigiert", kommentierte eine Nutzerin. "Geht das bei Behörden so nicht?" 

Nach der Veröffentlichung eines Videos hat sich bereits neue Kritik entzündet. Auf YouTube hat das Innenministerium  selbst Szenen der offiziellen Übergabe der beiden "Survivor R" hochgeladen. "Insgesamt ist das Fahrzeug genau so, wie wir uns das vorgestellt haben", sagt ein Sprecher der Landeskriminalamtes Sachsen.

Das Unternehmen Rheinmetall, das die Fahrzeuge gemeinsam mit MAN hergestellt hatte, wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

(laha)
 
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