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Große Sorge im Ausland
Steinmeier nennt Ereignisse von Tröglitz eine Schande

Brand in zukünftigem Flüchtlingsheim in Tröglitz
Brand in zukünftigem Flüchtlingsheim in Tröglitz FOTO: dpa, hsc cul
Berlin. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) registriert nach dem Brandanschlag auf das geplante Asylbewerberheim in Tröglitz große Besorgnis im Ausland.

"Die Ereignisse von Tröglitz sind eine Schande", sagte der SPD-Politiker der "Welt am Sonntag". "Wir sollten nicht überrascht sein, dass auch bei unseren Partnern in der Welt mit großer Sorge registriert wird, wenn in Deutschland Flüchtlingsunterkünfte brennen, und dass genau verfolgt wird, wie die deutsche Gesellschaft darauf reagiert."

In Tröglitz in Sachsen-Anhalt hatten vor einer Woche Unbekannte einen Brand in einem weitgehend leer stehenden Gebäude gelegt, in dem ab Mai Asylbewerber untergebracht werden sollten.

Eine breite Mehrheit in Deutschland lehne Fremdenfeindlichkeit allerdings klar ab, betonte Steinmeier. Mit Blick auf das Treffen der G-7-Außenminister in der kommenden Woche in Lübeck sagte er: "Wir werden Deutschland auch im Jahr unserer G-7-Präsidentschaft als tolerantes, weltoffenes und seiner Verantwortung bewusstes Land präsentieren."

Steinmeier rief dazu auf, der Verantwortung für Flüchtlinge gerecht zu werden: "Wir dürfen in Europa, auch in Deutschland, nicht wegschauen. Auch wenn wir das Flüchtlingselend nicht lösen können - wir müssen helfen, die Folgen zu lindern." Es müsse noch mehr passieren, um zu verhindern, dass "immer wieder Menschen auf dem lebensgefährlichen Weg über das Mittelmeer sterben", forderte der Außenminister.

(AFP)
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