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Zahlreiche Übergriffe im Nahverkehr: Frau wirft 19-Jährigen vor S-Bahn

zuletzt aktualisiert: 02.03.2008 - 18:02

Berlin (RPO). In Deutschland grassiert die Gewalt. Am Wochenende kam es erneut zu mehreren brutalen Übergriffe im Nahverkehr: In Hamburg und Berlin schlugen Männer Unschuldige in einer U-Bahn zusammen. Ein Frau stieß an einer Haltestelle einen 19-Jährigen auf die Gleise.

Gleich mehrere Fälle machten am Wochenende von sich reden. Sie stehen sich an Gewalttätigkeit in nichts nach. Besonders erschreckend: Die Opfer wollten helfen, wurden für ihre Zivilcourage aber bestraft. Die Fälle im Einzelnen.

Sonntagmorgen, Berlin: Ein dunkelhäutiger 19-Jähriger wird von einer jungen Frau vor eine S-Bahn gestoßen worden. Er konnte sich mit Hilfe von Fahrgästen retten, die Täterin wurde gefasst. Die Polizei schloss einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus. Der für politisch motivierte Taten zuständige Polizeiliche Staatsschutz nahm Ermittlungen wegen versuchten Mordes auf.

Die 20 Jahre alte Frau hatte den jungen Mann nach Polizeiangaben am Eingang zum S-Bahnhof Frankfurter Allee angesprochen, dann geschlagen und war davon gegangen. Minuten später auf dem Bahnsteig stieß sie ihn unvermittelt ins Gleisbett. Dabei soll sie rassistische und fremdenfeindliche Beleidigungen gerufen haben.

Nur seine Reaktion und die Hilfe zweier unbeteiligter Fahrgäste, die den Mann vom Gleis zogen, retteten ihn vor dem herannahenden Zug. Nach Angaben des Zugfahrers wäre er sonst trotz Schnellbremsung überrollt worden, berichtete die Polizei. Der Fahrer erlitt einen Schock und musste vom Dienst abtreten.

Die vom Bahnhofspersonal alarmierten Polizeibeamten nahmen die 20-Jährige, die bereits in einem anderen wartenden Zug saß, noch vor der Abfahrt fest. Sie soll am Montag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Samstag Nacht, Berlin: Zwei Randalierer rammen einem Busfahrer ein Messer in den Rücken und verletzten auch eine Passagierin. Der Angriff ereignete sich im Bezirk Kreuzberg gegen 23.20 Uhr. Laut Polizei pöbelten zwei junge Männer Fahrgäste an. Als der Busfahrer die Randalierer rauswerfen wollte, kam es zur Rangelei. Einer der beiden habe dem 34-jährigen Fahrer ein Messer in den Rücken gestoßen, berichtete die Polizei. Als eine 40-jährige Frau schlichtend eingreifen wollte, habe sie einer der jungen Männer gegen Kopf und Schienbein getreten und aus dem stehenden Bus gezerrt.

Der Busfahrer musste ins Krankenhaus, war aber am Sonntag auf dem Weg der Besserung, wie ein Polizeisprecher sagte. Die verletzte Frau wurde ambulant behandelt. Eine 24-jährige Zeugin erlitt einen Schock. Von den Tätern keine Spur.

Samstagnachmittag, Berlin: Zwischenfall in der U-Bahn. Zivilcourage kommt den Streitschlichter teuer zu stehen. Der Fahrgast wollte einen jungen Mann von Pöbeleien gegen mehrere junge Frauen abhalten. Daraufhin schlug der etwa 20-jährige Täter den 44-Jährigen zunächst ins Gesicht. Dann habe er sich an die Haltestangen der Bahn gehängt und dem couragierten Fahrgast mit voller Wucht gegen den Kopf getreten.

Das Opfer knallte gegen den Boden. Es musste reanimiert werden, kam ins Krankenhaus und war nach Angaben der Polizei zunächst nicht vernehmungsfähig. Auch hier waren die Verletzungen aber nicht lebensgefährlich, wie es am Sonntag hieß. Der Mann habe eine Gehirnerschütterung. Der Schläger floh. Ein Zeuge hatte vergeblich versucht, ihn aufzuhalten.

Samstag Nacht, Hamburg: In derselben Nacht verprügelte ein betrunkener 16-Jähriger in einer Hamburger S-Bahn gemeinsam mit einem weiteren Täter einen 45-Jährigen. Das Opfer erlitt Platzwunden im Gesicht, auch seine Zahnprothese wurde zerstört. Der Mann hatte die Täter angesprochen, als sie am Freitagabend die Fahrgäste einer S-Bahn beschimpften.

Der zweite Täter konnte flüchten, als mehrere Personen dem 45-Jährigen zu Hilfe kamen. Der 16-Jährige hatte einen Alkoholwert von 1,6 Promille. Gegen ihn erging Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung. Bei der Schlägerei wurde auch eine Seitenscheibe der S-Bahn beschädigt.

Quelle: ap

 
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