Neuer Schnee lähmt weite Teile des Landes: Frost und Schnee sorgen für eisglatte Autobahnen
zuletzt aktualisiert: 11.02.2010 - 11:18Berlin (RPO). Schneefall hat am Donnerstag den Straßen-
und Flugverkehr in vielen Teilen Deutschlands beeinträchtigt. Sogar der Gipfel der EU-Staatschefs in Brüssel verzögerte sich. Die A 5 war bei Karlsruhe wegen Eisglätte stellenweise nicht befahrbar. Am Flughafen Stuttgart kam es zu Verspätungen. In NRW blieben die Folgen vergleichsweise gering.Der Winter will nicht weichen. Die ganze Woche über bleiben die Temperaturen unter null Grad. Am Donnerstag sorgten Schnee und Eis für teilweise schwere Behinderungen im Verkehr.
Autobahn gesperrt in NRW Das große Chaos blieb am Morgen aus. Zahlreiche Baustellen und viel Verkehr ließen die Pendler nur langsam vorankommen. Zu größeren Behinderungen kam es nach Angaben des WDR auf der A4 zwischen Aachen und Köln. Die Bahn ist nach zwei LKW-Unfällen beidseitig bis etwa 14 Uhr gesperrt. Die Autos stauten sich auf zehn Kilometer. Auf der Sauerlandlinie zwischen Hagen und Giessen (A 45) verursachte ein Unfall einen Stau von sechs Kilometern.
Rekordstau in Belgien Das Schneechaos am Donnerstag trifft auch die Staats- und Regierungschefs der EU. Der Beginn des Sondergipfels in Brüssel musste zwei Stunden verschoben werden, wie der EU-Ratsvorsitz mitteilte. Am Brüsseler Flughafen war zuvor laut Webseite neuer Schnee gefallen. Am Mittwoch hatte ein neuer Wintereinbruch in Belgien zu Rekordstaus von mehr als 900 Kilometern Länge geführt.
Glätte und Schneefall in Baden-Württemberg Die A 5 war bei Karlsruhe wegen Eisglätte stellenweise nicht befahrbar. In Richtung Karlsruhe zwischen der Anschlussstelle Walldorf/Wiesloch und der Tank- und Rastanlage Bruchsal ereigneten sich mindestens sechs Unfälle. Am Vormittag wurde die Autobahn Richtung Basel zur Bergung eines Lastwagens vorübergehend voll gesperrt. Menschen wurden bei den Unfällen nicht verletzt. In Fahrtrichtung Süden sollte es den gesamten Vormittag zu Behinderungen kommen.
Rheinland Pfalz Starke Schneefälle und nicht angepasste Geschwindigkeit haben am Morgen auf der A 61 bei Rheinböllen im Hunsrück zu einem schweren Verkehrsunfall geführt. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Koblenz verlor der Fahrer eines Lastzuges gegen 08.15 Uhr die Kontrolle über sein Fahrzeug, durchbrach die Mittelleitplanke und kippte um. Zwei Pkw-Fahrer fuhren unter beziehungsweise gegen den umgestürzten Lastzug. Die A 61 wurde in Richtung Süden voll, in Richtung Norden halbseitig gesperrt
Bayerns Polizei rät vom Autofahren ab Bayern hat de Schnee in dieser Woche am stärksten erwischt. Derzeit meldet der Verkehrsfunk auf 14 Strecen Stau. Auf den Straßen ereigneten sich zahlreiche witterungsbedingte Unfälle. Da noch mit weiteren Schneefällen zu rechnen ist, empfahl die Polizei, nur für "unbedingt erforderliche" Fahrten ins Auto zu steigen.
Gleich mehrere schwere Unfälle passierten auf der Autobahn 3. Am späten Mittwochabend geriet bei Passau ein bulgarischer Sattelzug ins Schleudern, durchbrach die Mittelleitplanke, kippte um und blockierte die Fahrbahn in Richtung Österreich komplett sowie die Überholspur der Gegenrichtung. Die Autobahn musste für vier Stunden voll gesperrt werden.
Ebenfalls auf der A 3 zwischen Metten und Deggendorf kam in der Nacht ein Lastwagen ins Schleudern, durchbrach die Außenschutzplanke und blieb an einem Hang liegen. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Es lief Kraftstoff aus, die Bergungsarbeiten dauerten am Morgen noch an.
Norddeutschland Der zuletzt so hart getroffene Norden kommt in dieser Woche glimpflich davon. In Schleswig-Holstein staut sich der Verkehr wegen eines Unfalls zwischen Hamburg-Schnelsen-Nord und Bad Bramstedt auf zwölf Kilometern. Aus Mecklenburg-Vorpommern werden gar keine Staus gemeldet. Aber auch in Norddeutschland gilt die Warnung: Mit Straßenglätte ist zu rechnen. Auch auf Autobahnen.
Verzögerungen an Flughäfen Am Flughafen Stuttgart kam es wegen des anhaltenden Schneefalls zu Verzögerungen. Die Startbahn musste immer wieder für die Räumkolonnen des Winterdienstes gesperrt werden. Die Betreiber rechneten für den ganzen Tag mit wetterbedingten Verspätungen. Auch auf dem Münchner Flughafen gab es Flugausfälle und Verspätungen. Eine Entspannung der Lage war zunächst nicht abzusehen, da die Schneefälle am Morgen noch anhielten.
Flüge in Frankfurt annulliert Am Frankfurter Flughafen mussten zehn Flüge annulliert werden. Für die Ausfälle seien die Schneestürme an der amerikanischen Ostküste und die Lage an Flughäfen in Städten wie beispielsweise Washington oder Philadelphia verantwortlich, sagte ein Sprecher. In Frankfurt selbst gebe es derzeit wegen des Schneefalls lediglich Verspätungen, die aber "nicht gravierend" seien.
Wetterprognose der Deutsche Wetterdienst rechnet mit weiterem Schnee. Im Nordwesten nur zweitweise, im Süden auch länger anhaltend und etwas ergiebiger. In den Mittelgebirgen bestehe die Gefahr von Schneeverwehungen. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen minus 7 Grad am Alpenrand und am Erzgebirge und nahe 0 Grad am Niederrhein. Auch in der Nacht zu Freitag soll es wieder schneien. Ausnahme: der Nordwesten.
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