Auch im deutschen Einzelhandel sind nun mit Melamin verseuchte Nahrungsmittel aufgetaucht. Wir haben Ihnen
die wichtigsten Fakten zu Melamin zusammengestellt...
Nutzen
Melamin ist eine stickstoffreiche organische Chemikalie, die sehr hitze-, feuer- und lichtbeständig ist. Durch chemische Umwandlung kann sie zu Kunstharzen verarbeitet werden, die vor allem in Klebstoffen, zur Produktion von Plastikgegenständen und in Flammschutzmitteln verwendet werden. Wegen seines hohen Stickstoffgehalts kommt Melamin zudem bei der Herstellung von Düngemitteln zum Einsatz.
Missbrauch
Durch Messen des Stickstoffgehalts wird der Proteingehalt von Nahrungsmitteln bestimmt. Indem sie diesen Melamin beimengen, können die Hersteller daher einen höheren Proteingehalt vortäuschen. Laut Berichten westlicher Medien gibt es in China einen riesigen Schwarzmarkt für Melamin. Demnach werden dort offenbar Milch und Milchprodukte flächendeckend mit der gefährlichen Chemikalie versetzt.
Gefahr
Melamin ist in Nahrungsmitteln verboten. Beim Verzehr ist es zwar nicht unmittelbar hochgiftig. Es kann jedoch die Bildung von Nieren- und Blasensteinen bewirken, da es in Verbindung mit anderen Stoffen Kristalle bildet. Die meisten der in China erkrankten Babys hatten drei bis sechs Monate lang vergiftete Babymilch getrunken. Der Verzehr einzelner der in den deutschen Handel geratenen "White Rabbit"-Milchbonbons stellt dagegen nach Behördenangaben "keine konkrete Gesundheitsgefahr" dar.
Schlagzeilen
Bereits vor dem aktuellen Milchskandal wurden im vergangenen Jahr in China hergestellte und mit Melamin versetzte Zusätze in Haustierfutter für den Tod mehrerer Hunde und Katzen in den USA verantwortlich gemacht. Die Hersteller riefen mehrere Tierfutterprodukte zurück.
Fundorte
Melamin wurde nicht nur in China entdeckt. Zuletzt fanden Behörden den Stoff auch in Deutschland, Belgien und in den Niederlanden.