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Proteste in Hamburg
Pizzabote kämpft sich durch die G20-Krawalle

Pizzabote kämpft sich durch die G20-Krawalle
Hamburg. Polizisten auf der einen Seite, Demonstranten auf der anderen – und dazwischen ein Pizzabote, der einfach seinen Job macht. Und das, obwohl die G20-Proteste um ihn herum eskalieren. Von vielen Menschen wird der 28-Jährige dafür gefeiert.

Der 28-jährige Mann ist gerade auf dem Rückweg in die Filiale, als am Donnerstagabend die große "Welcome to Hell"-Demo von G20-Kritikern in Hamburg eskaliert. Die Polizei setzt Wasserwerfer und Pfefferspray ein, Demonstranten werfen Flaschen und zünden Feuerwerkskörper. Die Situation ist unübersichtlich und gefährlich. Selbst in den USA berichten TV-Sender wie FoxNews über die "großen Krawalle" in Hamburg. Plötzlich rollt ein Pizzabote durchs Fernsehbild und bahnt sich seinen Weg zwischen Demonstranten und Polizisten hindurch.

Viele Menschen sind sofort begeistert. Auf Twitter veröffentlichen sie Screenshots und Videos der skurrilen Szene. Sie feiern den 28-jährigen Mann auf seinem Roller. "In Hamburg protestieren sie, aber das kann einen Pizzaboten nicht aufhalten", schreibt jemand. Ein anderer meint: "Es spielt keine Rolle, wie groß die Unruhen sind – Du bekommst Deine Pizza." 

Er selbst will wohl nur auf dem schnellsten Weg zurück in die Filiale: "Ich musste eine Pizza in der Hopfenstraße ausliefern", berichtet der Bote später dem Stadtmagazin "Fink-Hamburg". "Auf dem Rückweg in die Filiale in der Jessenstraße bin ich allerdings nicht mehr richtig durchgekommen." Demonstranten und Polizisten hätten ihm den Weg versperrt. "Es war richtig gefährlich. Dort flogen auch Steine."

G20-Demo "Welcome to Hell" eskaliert

Die Einsatzkräfte lassen deshalb nicht mehr jeden durch. In einem Video auf Twitter ist zu sehen, wie ein Polizist eine Frau wegstößt. Auch der Pizzabote darf nicht sofort passieren. Er muss von seinem Gefährt absteigen und an die Seite gehen. Aber dann wird er von einem Beamten durchgelassen. "Der Polizist meinte, ich würde mit meinem Roller schon durchkommen." Zügig fährt er zwischen den schwarz gekleideten Demonstranten hindurch und verschwindet dann zwischen zwei Wasserwerfern der Polizei, wie ein weiteres Video auf Youtube zeigt. Schließlich erreicht er unversehrt die Filiale. 

Während er von anderen gefeiert wird, macht er selbst offenbar keine große Sache aus seiner Fahrt durch die Hölle von Hamburg: Am Telefon habe der 28-Jährige gar nicht aufgeregt gewirkt, schreibt jedenfalls das Stadtmagazin. Vielleicht, weil er anschließend Feierabend hatte.

(wer)
 
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