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Probleme seit 2011 bekannt
Bundeswehrverband fordert schnellen Ersatz für G36

G36: Der Bundeswehrverband fordert schnellen Ersatz
FOTO: dpa, pse hak kat lof
Berlin. Während die Grünen mit einem Untersuchungsausschuss in Sachen G36 drohen, fordert der Bundeswehrverband  schnellen Ersatz für das umstrittene Sturmgewehr.

Zwar vertrauten die Soldaten weiter ihrer Standardwaffe, sagte Verbandschef André Wüstner der Deutschen Presse-Agentur. "Natürlich erwarten sie dennoch, dass als Konsequenz eine neue Waffe beschafft wird - und das wesentlich schneller als in den anvisierten zehn Jahren." 

In der vergangenen Woche hatten Experten dem G36 ein verheerendes Zeugnis ausgestellt. Nach ihren Untersuchungen sinkt die Trefferquote bei extremer Erhitzung von den erforderlichen 90 auf sieben Prozent. Der Austausch der rund 167.000 G36 würde nach Schätzung des Bundesamts für die Ausrüstung der Bundeswehr bis zu zehn Jahre dauern.

Am Mittwoch nimmt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vor den Fachausschüssen des Bundestags zu dem Bericht Stellung. Wüstner sagte, die G36-Probleme verdeutlichten einen enormen Modernisierungsstau bei der Bundeswehr. "Er betrifft neben Handwaffen auch Funkgeräte, Nachtsichtgeräte und vieles mehr. All diese Systeme müssen dringend heutigen sowie künftigen Einsatzszenarien angepasst werden."

Zweifel an der Treffsicherheit des G36 waren dem Verteidigungsministerium mindestens seit November 2011 bekannt. Zunächst waren aber kaum Konsequenzen gezogen worden. Nach Berichten von "Spiegel Online" und "Süddeutscher Zeitung" (Mittwoch) war der damalige Verteidigungs- und heutige Innenminister Thomas de Maizière (CDU) bereits im Frühjahr 2012 detailliert über Probleme mit dem G36 unterrichtet worden.

Grüne drohen mit U-Ausschuss

Unterdessen haben die Grünen haben von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) umfassende Aufklärung über die Probleme mit dem Sturmgewehr G36 angemahnt. "Wenn von der Leyen an diesem Mittwoch im Verteidigungsausschuss nicht endlich für Klarheit über den desaströsen Umgang des Verteidigungsministeriums mit dem G36 sorgt, muss ein Untersuchungsausschuss die Missstände aufklären", sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur.

Das Ministerium habe über Jahre hinweg alles daran gesetzt, die Probleme zu verschleiern, kritisierte Hofreiter: "Das offenbart nicht nur das bereits bekannte Management-Desaster im Verteidigungsministerium, sondern eine unverantwortliche Verletzung der Fürsorgepflicht gegenüber den Soldatinnen und Soldaten."

Bisher sei die Ministerin an der Aufklärung der Missstände gescheitert, sagte der Grünen-Fraktionschef weiter. Von der Leyen müsse endlich umfassend aufklären, die Verantwortlichen nennen und Konsequenzen ziehen: "Tut sie das nicht, ist ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss unausweichlich."

(dpa)
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